Wenig Fortschritte für Radfahrer

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 21. Februar 2015

Lahr

Beim ADFC-Fahrradklima-Test bleibt Lahr im Mittelfeld / Platz 134 unter 292 teilnehmenden Städten unter 50 000 Einwohner.

LAHR (BZ). Beim jüngsten in Berlin vorgestellten Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) für 2014 landet Lahr erneut im Mittelfeld auf Platz 134 der 292 teilnehmenden Städte unter 50 000 Einwohner. 122 Lahrer hatten an der bundesweiten Befragung teilgenommen, man kann also nicht von einer repräsentativen Umfrage sprechen.

Unzufrieden sind Lahrs Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem mit der Möglichkeit, Räder im Bus mitzunehmen, den vielen Diebstählen und dass Falschparken nicht geahndet wird. Positiv gewertet wird dagegen die Fahrradförderung in der jüngsten Zeit, freie Einbahnstraßen und die Erreichbarkeit des Stadtzentrums. ADFC-Bundesvorsitzender Georg Singrin sagt: "Fahrradfreundlichkeit ist ein guter Gradmesser für die Lebensqualität in einer Stadt – deshalb macht es uns Sorgen, dass sich die Lahrer auf dem Rad nicht wohler fühlen. Der Fahrradklima-Test zeigt für andere Städte, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung auch honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt."

Im Land liegt Lahr auf Platz 19 unter 41 Städten

Mit weiteren Maßnahmen ließe sich die Situation deutlich verbessern, etwa durch mehr Tempo- 30-Zonen, attraktivere Abstellmöglichkeiten mit Schließfächern und der Ahndung des behindernden Falschparkens. Wenn Lahr wolle, dass mehr Menschen aufs Rad steigen und damit Gutes für ihre Gesundheit und die Stadt tun, müsse mehr getan werden. Lahr liegt bundesweit auf Platz 134 in der Kategorie der Städte unter 50 000 Einwohner, im Landesvergleich auf Platz 19 von 41. Gegenüber dem letzten Test 2012 hat sich Lahr wenig verändert. Auffallend ist, dass die Bewertungen der Teilnehmer relativ uneinheitlich sind, im Vergleich zu anderen Städten. Im Durchschnitt geben die Lahrer die Note 3,6, also ausreichend für die Fahrradfreundlichkeit. Mehrere Teilnehmer merkten kritisch an, dass vielen Verkehrsteilnehmern das Konzept der Schutzstreifen nicht bekannt ist. Die Mehrzahl der Teilnehmer sagt, dass nicht für das Radfahren geworben wird: Note 4,4 weil nur über Unfälle und Fehlverhalten berichtet wird. 57 von den 122 teilnehmenden Lahrern klagen über aggressive Autofahrer. Letztere stellen sich auf die grünen Aufstellflächen an den Ampeln und halten den Mindestabstand beim Vorbeifahren nicht ein. Rollerfahrer auf Radwegen (Radweg entlang der Schutter, parallel zur Römerstraße, Bädleweg) sind auch ein besonderes Lahrer Ärgernis. Bei den von Baumwurzeln angehobenen Wegen wird Instandhaltung angemahnt.

Abstellmöglichkeiten mit Schließfächern sinnvoll

In der Innenstadt werden Abstellmöglichkeiten mit Schließfächern gefordert. Aus nicht wenigen Ausführungen spricht die Verunsicherung über die in Lahr auch angewendete Praxis, den Radverkehr wieder vom Trottoir auf die Fahrbahn zu holen. Hier sollte von der Verkehrswacht und den Medien Verkehrserziehung geleistet werden. Aber es gibt auch deutliches Lob für die in jüngster Zeit verwirklichten Maßnahmen: Note 2,9, eine ganze Note besser als der Städtedurchschnitt.