Zeitareal neuer Campus-Standort?

Wolfgang Beck

Von Wolfgang Beck

Sa, 20. September 2014

Lahr

Gedankenspiele für die Zukunft der Musikschule und VHS.

LAHR. Bei der abschließenden Sommeraktion der SPD haben die Teilnehmer am Donnerstag die Vision für einen Campus für außerschulische Bildung auf dem Gelände des Zeit-Areals, der ehemaligen Roth-Händle, entwickelt. Der Lahrer Unternehmer Eckehard Ficht präsentierte eine Vielzahl an Räumen für verschiedene Projekte. Die Genossen sprachen von einer "Initialzündung" für Musikschule und VHS.

Geradezu ins Schwärmen über das Potenzial von Räumlichkeiten kam Tobias Meinen, Amtsleiter für außerschulische Bildung mit den Abteilungen Musikschule, VHS und Mediathek. Für die Musikschule, die im sanierungsbedürftigen alten Scheffelgymnasium auf dem Prüfstand steht und genauso wie das Haus zum Pflug mit der VHS aus allen Nähten platzt und deshalb nach Alternativen sucht, könnten sich auf dem Zeitareal Perspektiven größeren Ausmaßes entwickeln.

"Wir drehen da an einem großen Rad", zeigten SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Hirsch, Bürgermeister Guido Schöneboom und Tobias Meinen grundsätzlich Interesse. "Das Rad darf uns aber nicht überrollen", mahnte Schöneboom zur Vorsicht, was den finanziellen Rahmen des Projekts anbelangt. Von einer "Herkulesaufgabe mit ungewissem Ausgang" sprach Schöneboom, der die Pläne einer verwaltungsinternen Projektgruppe vorstellte, die sich mit der weiteren Zukunft von Musikschule und Haus zum Pflug beschäftigt.

Viele Freiräume für pädagogisch neue Konzepte

Für pädagogisch neue Konzepte mit optimalen Entfaltungsmöglichkeiten, die auf dem Zeitareal möglich wären, erwärmte sich beim Vor-Ort-Termin Tobias Meinen. Ficht legte beim Rundgang die Angebotspalette für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude auf den Tisch: Zur Anmietung oder Pacht ständen insgesamt 36 000 Quadratmeter zur Verfügung. Die Raumeinheiten betragen zwischen 50 und 5000 Quadratmeter. "Alles zur individuellen Gestaltung und Nutzung", so der Unternehmer.

Dass seit einem Jahr bereits Leben in die alten Roth-Händle-Gebäude eingezogen ist, zeigte der Rundgang: Genutzt werden Räume für Innovationen, Kreativität, Kunst, Bildung und Veranstaltungen. Projektentwickler Uwe Baumann stellte das Leitbildkonzept vor, an dem bereits Partner unterschiedlicher Branchen mitarbeiteten. Oder anders: Das Zeit-Areal biete Raum für Projekte, Menschen, Initiativen und Unternehmen. Vertreten seien die Bereiche Kreativ- und Medienwirtschaft, Bildung und Soziales, Handwerk und Kunsthandwerk, Handel, Gewerbe und Dienstleistung, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung sowie Freizeit und Wellness.

"Vergangenheit trifft auf Moderne", beschrieb Ficht das von ihm erworbene Ensemble unter architektonischen Gesichtspunkten. Mit sichtlichem Stolz wurden der Besuchergruppe auch die bereits genutzten Räume im Industriehof gezeigt: Von einer Werbeagentur über Modemanufakturen und einer Akademie für bildende Künste, der Galerie im Kesselhaus bis zu Büros von Steuerberatern und Architekten reichte das Spektrum. Mittendrin die neuen Aktivitäten, initiiert von der Zeit-Geist-Stiftung unter der Leitung von Ficht: das zeitgenössische Tanztheater "Szene 2wei", das beim Besuch der Genossen gerade probte und Künstler mit und ohne Behinderung integriert. Ferner das "Rührwerk" als weiteres Unternehmen der Zeit-Geist-Stiftung mit Bistro, Bäckerei, Catering und Pastaproduktion, das sich die Eingliederung von Menschen in die Gesellschaft zum Ziel setzt. Pizza-Kostproben durften die Besucher gleich vor Ort in der ehemaligen Kantine kosten. In einer Broschüre wird das Platzangebot des Zeitareals präsentiert. Jeder Besucher konnte ein druckfrisches Exemplar mit nach Hause nehmen.