Langer Weg zu neuer Ortsmitte

Susanne Müller

Von Susanne Müller

Sa, 14. März 2015

Hartheim

Gemeinde Hartheim lässt sich Zeit bei der Entscheidung, wie das ehemalige Kindergartenareal mal aussehen soll.

HARTHEIM AM RHEIN. Wie Hartheims neue Ortsmitte künftig aussehen wird, das soll "der Bürgerrat" entscheiden. Eine solche Vertretung der Bürgerinteressen soll im Zuge einer Zukunftswerkstatt gebildet werden. Es dürfte also noch eine lange Wegstrecke vor dem Hartheimer Gemeinderat liegen, bevor über die künftige Nutzung des ehemaligen Kindergartenareals südwestlich von Rathaus und Kirche fällt. Investoreninteresse gibt es zwar jetzt schon, darunter auch ein Hartheimer Geschäftsmann, doch vor einem Baubeginn 2016 liegen noch einige Schritte.

Noch sieht es trostlos aus auf dem Areal hinter dem Rathaus, auf dem einst der Kindergarten St. Josef stand. Doch das soll sich nun ändern. Darüber haben die Gemeinderäte während ihrer Klausurtagung Ende vergangenen Jahres ausführlich debattiert und viele Ideen entwickelt. Die Bürger sollen aktiv eingebunden werden, wenn es um die Neugestaltung unter dem Stichwort "neue Ortsmitte Hartheim" geht. Auf Expertenwissen wollen Bürgermeisterin Kathrin Schönberger und die Gemeinderäte indes nicht verzichten. Gute Erfahrungen habe man mit Planer Rüdiger Kunst von der Firma Kommunalkonzept gemacht. Vor allem bei den Aktivitäten in Feldkirch habe er die Gemeinde beraten, nicht zuletzt bei den Anträgen auf Fördermittel aus dem Landessanierungsprogramm. Deshalb schlug die Verwaltung nun vor, Planer Kunst als Berater hinzuzuziehen, und ihn mit den Vorbereitungen für einen städtebaulichen Wettbewerb zu beauftragen.

Dem stimmte die Ratsrunde geschlossen zu. Zunächst soll im Rahmen einer Zukunftswerkstatt eine Bürgerbeteiligung erfolgen. Diese Auftaktveranstaltung soll im Mai stattfinden. Daraus soll ein Bürgerrat hervorgehen. Seine Aufgabe wird es sein, verschiedene Konzepte zu entwickeln und diese anhand einer Matrix vergleichbar zu machen. Das Ergebnis wird den Bürgern und dem Gemeinderat vorgestellt, letzterer entscheidet sich dann für ein Konzept. In der Folge ist ein Investorenwettbewerb geplant. Das letzte Wort hat dann der Gemeinderat, der schließlich entscheiden wird, welcher Investor zum Zug kommt.

Hartheimer Interessent muss sich in Geduld üben

Dass bereits ein Hartheimer Investor mit fertigem Konzept bei der Verwaltung angeklopft hatte, wurde deutlich, als in der öffentlichen Sitzung am Dienstagabend Christiana Schmidt (Frauenliste) die Bürgermeisterin bat, der Runde die Eckdaten dieses Vorhabens zu erläutern. Bürgermeisterin Schönberger meinte dazu ausweichend, sie halte einen Investorenwettbewerb für ein wichtiges Mittel, während Planer Rüdiger Kunst zum Plan des heimischen Investors meinte: "Das wirkt eher wie ein gewerbliches Konzept, deshalb habe ich noch nach weiteren Investoren gefragt, und das Interesse war groß." Diesbezüglich meldeten sich in der abschließenden Bürgerfragestunde noch zwei Zuhörerinnen zu Wort, die in Frage stellten, dass Hartheim attraktiv genug sei für externe Investoren. Darüber hinaus bekundeten sie Verwunderung über das plötzliche Interesse, nachdem drei Jahre lang "nichts passiert sei mit dem Gelände".

Dafür kommt jetzt umso mehr Bewegung in die Sache. Dabei gilt es, mehrere Themen zu berücksichtigen: Den Aspekt "Wohnen im Alter" und das Thema "Ärztehaus", aber auch die Kriterien "Frei- und Erholungsflächen" sowie die Frage, wie mit dem Grundstück, das der Gemeinde gehört, verfahren wird – wobei Planer Kunst eine Erbpacht für ein geeignetes Mittel hält, oder bei einem Verkauf eine Rückkaufoption empfiehlt. Außerdem gelte es, über den Tellerrand hinauszuschauen und die Randbereiche miteinzubeziehen.

Als Kosten für die Realisierung der Bürgerbeteiligung veranschlagte Planer Rüdiger Kunst einen Nettobetrag von 2500 Euro. Im Weiteren hänge das Honorar bis zum Ratsentscheid vom Umfang ab. Kunst sprach von einem Betrag "mit Kostendeckelung bis 3000 Euro auf pauschaler Basis mit klar definiertem Leistungskatalog".