Naturschauspiel vor der Haustür

Nina Witwicki

Von Nina Witwicki

Sa, 08. September 2018

Laufenburg

ENNET DER GRENZE (3): Wanderungen rund um Laufenburg und Sulz eröffnen tolle Aussichten / Der Cheisacherturm als Highlight.

LAUFENBURG. So nah und doch so fern. Das Fricktal grenzt direkt an den Hochrhein – und dennoch gibt es dort viele versteckte und unbekannte Ausflugsziele. In einer losen Serie stellt die Badische Zeitung einige davon vor. Dieses Mal das Schweizer Gebiet rund um Laufenburg und Sulz.

Die Gegend dies- und jenseits des Hochrheins ist ein Wanderparadies. Oft (ver-)führen erst Gäste aus der Ferne oder ein Urlaub zu Hause dazu, die Heimat zu entdecken und interessante Ausflugsziele aufzuspüren. Gerade auch auf der Schweizer Seite, im Fricktal gibt es für Natur- und Wanderbegeisterte Routen mit tollen Aussichtspunkten auf märchenhaft schöne Landschaften. Tourenkarten gibt es im Tourismusbüro Laufenburg/Schweiz an der Laufenbrücke. Wanderführer Hans-Joachim Müller vom Schwarzwaldverein zeigt Interessierten sehr gerne die Routen in der Schweiz.

Da ist der – blau ausgeschilderte – Fricktaler Höhenweg. Der 60 Kilometer lange Etappenwanderweg führt von der Altstadt Rheinfelden bis nach Mettau, über die Hochebene des Tafeljura und den wilden Tiersteinberg. Der Höhenweg ist sehr gut ausgeschildert und hat eine geringe Höhendifferenz. Die Etappen sind so für die ganze Familie geeignet. Kürzere Strecken bieten der Naturpfad Laufenburg mit 12,5 und auch der Weg rund um Sulz mit 25 Kilometern.

Der grenzüberschreitende Naturpfad Laufenburg startet in Laufenburg/Baden und führt durchs Andelsbachtal, über Laufenburg/Schweiz und über die neue Rheinbrücke wieder nach Deutschland. Es gibt dafür weiße Wegweiser mit einer Nummer und einem grünen Eichenlaubblatt. Auf der Karte des Naturpfads sind die Wunder der Natur, die dem Wanderer begegnen, gut erläutert – vom Tausendfüßler über Pflanzen und den Bibern bis zum sagenumwobenen Erdmännli.

Besonders sehenswert die Nummern acht und neun. Nummer acht ist der Chaisterkopf; auf einer kleinen Holzbank mitten im Grünen, umgeben von Bäumen und Sträuchern bietet sich von dort aus eine unvergleichliche Aussicht auf den Rhein. Der Wanderer schaut von oben auf Murg, Bad Säckingen, Kaisten, Sisseln und Stein und sieht, wie der Rhein sich zwischen den Orten und der Natur hindurchschlängelt. Tiefer im Wald liegt Nummer neun, die Altholzinsel und das Ärdmännliloch. Die Natur ist da komplett sich selbst überlassen, bis zum Jahr 2056 verzichtet der Mensch auf jegliche Holznutzung. Das Ärdmännliloch ist eine Erdvertiefung mitten im Wald, der Legende nach das Zuhause der sagenumwobenen Erdmännli. Diese kleinen Fabelwesen sind in vielen Höhlen am Hochrhein zu finden und meist unsichtbar. Sie zeigen sich nur selten und dann nur demjenigen, der ein reines Herz hat ...

Ein bisschen weniger märchenhaft, aber nicht minder sehenswert ist der Weg rund um Sulz, der zu Fuß und auch mit dem Fahrrad absolviert werden kann. Der Weg führt vorbei an mehreren Kapellen, einer Lourdesgrotte mit Kreuzweg, einem Amphibienweiher, mehreren Grillstellen und Rastplätzen. Besonderer Höhepunkt ist die private Garteneisenbahn von Jörg Schmidt. Die kleine Eisenbahn ist vom Bürgersteig aus zu sehen und fasziniert jeden Zuschauer. Mit Liebe zum Detail verwandelte Schmidt vor Jahren seinen Vorgarten in eine Miniaturwunderwelt mit Brücken und Turm.

Absolutes architektonisches Highlight ist allerdings der Cheisacherturm auf dem Cheisacher mit einer beinahe unwirklich schönen Aussicht. Mitten im Wald erhebt sich auf dem Grenzgebiet der Schweizer Gemeinden Gansingen, Mönthal und Laufenburg-Sulz ein markanter 698 Meter hoher Jurahügel, auf dessen höchstem Punkt 2010 ein 25 Meter hoher Holzturm errichtet wurde. Der Cheisacherturm konnte als Aussichtsplattform erbaut werden, da bereits vor 100 Jahren an dieser Stelle ein Turm für Vermessungs- und Beobachtungszwecke stand. Das Holz für den Turm spendeten die umliegenden Gemeinden, weiteres Material stammt aus Fördergeldern von Einwohnern und Unternehmen. Der Turm besteht aus zwei parallel stehenden Dreiecken, die miteinander verstrebt sind, und fügt sich so perfekt in die Natur ein. Auf der Aussichtsplattform angelangt stockt dem Wanderer nicht nur aufgrund des Aufstiegs der Atem.

Bei klarer Sicht und Sonnenschein kann das halbe Fricktal überblickt werden, es bietet sich auch eine wunderschöne Aussicht auf Laufenburg, Bad Säckingen und den Hotzenwald. In der Ferne kann sogar der Feldberg erspäht werden. Dem Beobachter zeigt sich ein Naturschauspiel aus grünen Flächen, Bergen, dem Rhein und vorbeiziehenden Wolken.

Mehr Infos im Internet unter http://mehr.bz/tourilauf