Spannung in der Kultschüür

Aloisia Zell

Von Aloisia Zell

Di, 21. März 2017

Laufenburg

Wiwa-Theater erntet für die gelungene Premiere des Kriminalstücks "Acht Frauen" viel Applaus.

LAUFENBURG/SCHWEIZ. Spannung lag in der Kultschüür in Laufenburg/ Schweiz in der Luft und eine mörderische Geschichte auf der Bühne. Mit "Acht Frauen" hatte das Ensemble des Theaters Wiwa zum zweiten Mal ein Stück des französischen Autors Robert Thomas einstudiert. Die 2002 mit Catherine Deneuve und Isabelle Huppert verfilmte Kriminalkomödie wurde von Wiwa-Regisseur Martin Willi auf Schweizerdeutsch bearbeitet. Was dabei herauskam, ließ schnell Agatha- Christie-Stimmung aufkommen.

Es hätte ein schönes Weihnachtsfest im abgelegenen Haus der Familie Dupon werden sollen. Zur Begrüßung der eigens angereisten Tochter Suzon fehlt nur noch der Vater und Hausherr Marcel Dupon. Die Geschichte beginnt damit, dass der einzige Mann im Haus mit einem Messer im Rücken tot aufgefunden wird.

Die anwesenden Frauen (Schwiegermutter, Schwägerin, zwei Bedienstete, die beiden Töchter und seine Frau) sind sich einig. So schnell wie möglich ist die Polizei zu rufen – und der Mörder zu finden. Wären da nicht die vielen Hindernisse. Das Telefonkabel zerschnitten, das Auto nicht fahrbereit, zum Schweigen gebrachte Hunde und vertauschte Schlüssel machen misstrauisch. Und als dann auch noch die ungeliebte Schwester des Opfers auftaucht, ist von Einigkeit nichts mehr zu spüren. Stand am Anfang noch die Liebe zu diesem Mann im Mittelpunkt, so scheint jede der Frauen doch auch ihr ganz eigenes Motiv zu haben, ihn um die Ecke zu bringen. Und es mangelt nicht an Gelegenheiten dazu.

Es gibt keine Nebenrollen. Jeder der acht Schauspielerinnen scheint ihre Rolle auf den Leib geschrieben. Abgründe öffnen sich und bringen die Vielschichtigkeit der Persönlichkeiten zu Tage. Professionell und mit ausgeprägter Gestik und Mimik fesseln die acht Frauen das Publikum und steigen die Spannung von einem Dialog zum nächsten. Christina Dapp-Zapf, Lara Essig, Kelly Schnetzler, Monika Schnetzler und Petra Sonder gehören schon seit Jahren zum Wiwa-Ensemble. Neu hinzu kamen mit Romy Deiss, Gaby Lampert und Barbara Weber drei Spielerinnen mit langjährigen schauspielerischen Erfahrungen auf anderen Bühnen.

Besonderen Pfiff und Lebendigkeit verleiht dem Stück die neu gestaltete Bühne. Sie erlaubt das Spiel auf zwei Ebenen und versetzt die Handlung in ein großes Haus mit zwei Stockwerken und vielen Zimmern. Die Bühne, das Bühnenbild und die Requisiten waren so authentisch, dass sich die Zuschauer immer mitten im Geschehen wiederfanden.

Der Premierenabend ging in der voll besetzten Kult-Perle der Altstadt von Laufenburg viel zu schnell und mit viel Applaus zu Ende und war ein Versprechen für die weiteren Aufführungen.

Weitere Aufführungen der "Acht Frauen" sind am Mittwoch, 22. März (ausverkauft); Freitag, 24. März (ausverkauft); Samstag, 25. März, 20 Uhr; Samstag, 1.April, 20 Uhr; Sonntag, 2. April, 10 Uhr (Matinee), Freitag, 7. April 20 Uhr; Samstag, 8. April, 20 Uhr; Sonntag, 9. April, 17 Uhr. Platzreservation: Telefon 004162/8742246, Mail: theaterreservation@kultschuer.ch