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11. April 2017

Lebendige Skulpturen und viel Fantasie

Schüler entdecken im Georg-Scholz-Haus, was es mit Kunst so auf sich hat und probieren sich selbst als Künstler aus.

  1. Vier Schüler als (kurzzeitige) Skulpturen im Georg-Scholz-Haus. Foto: Stefan Bauer

  2. Sich mit Kunst zu beschäftigen, macht Kindern meistens Spaß. Umso bedauerlicher, dass viele Kinder, die das Georg-Scholz-Haus bei Schulveranstaltungen besuchen, noch nie zuvor in einem Museum waren. Foto: Fotos: Bauer

  3. Drehende Walze mit Kämpfern. Foto: Stefan Bauer

ELZTAL. Zum regelmäßigen Programm des Waldkircher Kunstforums gehören auch Angebote für Schulen. Zu einem Workshop in der neuen Ausstellung im Georg-Scholz-Haus, mit Arbeiten von Andrea Hess und Alexander Schönfeld, kamen kurz vor den Osterferien 17 Schüler aus Prechtal mit ihrer Lehrerin Nora Jacobi nach Waldkirch.

Zunächst erläuterte Brüni Zinger den Kindern etwas über die alte Villa und den Namensgeber des Kunstvereins. Dann zogen die silent instruments – die nur über Kopfhörer zu hörenden Instrumente – der Waldkircher Musikschule die Blicke auf sich. Schon bald aber ging es ans Betrachten der Bilder und Plastiken von Andrea Hess und Alexander Schönfeld.

Ein helles, großes Streifenbild von Alexander Schönfeld regte zu erstaunlichen Interpretationen an: Sand und Himmel wurden gesehen, aber auch zwei Stimmungen: froh und traurig. Marianne Schuricht besprach die grauen Bilder in Saal 1 und 2 und erklärte, dass der Künstler gerne die Landschaften bei Dunkelheit betrachtet, wenn er spazieren geht. Sie erklärte auch, wie man solche verschiedenen Grautöne mischt. Nun wurden alle Skulpturen und Bilder von Andrea Hess im zweiten Saal ganz eindeutig zugeordnet und Ausschnitte wurden begutachtet. Ein Schüler meinte, es handele sich um ein Stück des afrikanischen Kontinents. Da konnte die beim Workshop anwesende Künstlerin Andrea Hess gleich selbst erklären, was sie beabsichtigt hatte. Sie zeigte auf ein Foto, das einen Himmelsausschnitt umgeben von Häusern wiedergibt. Diesen Ausschnitt habe sie links daneben in einem Schaukasten noch einmal als mit Gips ausgefüllte Form nachgebildet.

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Einige der Objekte und Bilder regten die Fantasie der jungen Betrachter an: Bei einem Bild sahen sie das Profil eines Mannes, zu dem eine Frau aufschaut. Die Künstlerin meinte, diese Art des Betrachtens sei völlig in Ordnung, Hauptsache Fantasie und Kreativität des Betrachters gäben dem Bild einen Sinn. Sie selbst dachte wieder an Häuser-Silhouetten und einen Himmelsausschnitt.

Nun wurde noch die Technik des Rakelns erklärt, mit der die Streifenbilder von Alexander Schönfeld entstanden. Dann war es auch schon höchste Zeit, mit der praktischen Arbeit zu beginnen. In Saal 4 waren die Arbeitsplätze bereits gerichtet. Zuvor gab es allerdings noch etwas Besonderes: Die Schüler durften sich mit großen Laken in Figuren à la Hess verwandeln. Das machte allen einen Riesenspaß. Schwieriger war es, Gipsfiguren im Stile von Andrea Hess zu formen und Bilder mit der Rakel zu gestalten. Beim Rakeln kamen farbenfrohe leuchtende Bilder zustande, und bei der Arbeit mit Tapetenkleister und Gipsbinden war einiges an Fingerspitzengefühl notwendig. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Zum Schluss ging es noch in den Raum mit den Installationen von Alexander Schönfeld, wo sich die Kinder mit besonderen Tieren und einer sich drehenden Walze auseinandersetzten. Die Schüler fanden von sich aus heraus, dass hier die stete Wiederkehr von Kriegen und Kämpfen gezeigt wird, denen man scheinbar nicht entrinnen kann.

So endete dieser Vormittag im Georg-Scholz-Haus nachdenklich, aber auch froh, dass man aus der Beschäftigung mit dieser Kunst so viele Erkenntnisse gewonnen hatte. Für viele Kinder war es die erste Begegnung mit einer Ausstellung, und die Lehrerin wies darauf hin, dass sich die Kinder zu weiteren Begegnungen ermutigt fühlen sollten.

Info: Die aktuelle Ausstellung "shapes & shades" mit Arbeiten von Andrea Hess und Alexander Schönfeld, die derzeit im Kunstforum gezeigt wird, hat über die Osterfeiertage wie folgt geöffnet: Karfreitag: 11 bis 16 Uhr, Ostersamstag, 15 bis 18 Uhr, Ostersonntag von 11 bis 13.30 Uhr, Ostermontag 11 bis 16 Uhr. Am Ostersonntag ist also bereits ab 13.30 Uhr geschlossen.

Autor: Helga Bauer