Elf Sekunden Differenz nach 42,195 Kilometern

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Mo, 15. Oktober 2018

Leichtathletik (regional)

Nils Schallner gewinnt Marathon in Bräunlingen vor Peter Fane.

BRÄUNLINGEN. Lange Zeit viel Spannung bot gestern der 51. Schwarzwald-Marathon in Bräunlingen. Bei herrlichem Spätsommerwetter setzte sich schließlich nach 2:33:36 Stunden der Freiburger Nils Schallner durch, schnellste Frau war Svenja Mann (3:09:06) aus Karlsruhe. Im Marathon gingen 369 der gemeldeten 430 Männer und Frauen an den Start, 356 kamen ins Ziel. Für den Halbmarathon lagen 1059 Meldungen vor, nur drei der 911 Starter gaben auf. Mit 2584 Meldungen für beide Tage wurde die Teilnehmerzahl aus dem Jubiläumsjahr 2017 (2600) nur knapp verpasst.

Als nach knapp zwölf Kilometern die Marathonläufer von der Straße auf einen Waldweg einbiegen, wird Schallner als führender Mann mit Beifall begrüßt. Peter Fane, der Afrikaner aus Lesotho, der in Hüfingen heimisch geworden ist, folgt 37 Sekunden später. Dass sich hier irgendwo im Nirgendwo so viele Leute eingefunden haben, liegt daran, dass hier der erste Wechsel für die 35 Marathonstaffeln erfolgt. An gelben Signalwesten erkennbare Ordner weisen alle ein und achten darauf, dass alles regelgerecht abläuft. Ihr jüngster "Kollege" Rico wuselt zwischen ihnen herum und hält sich an seiner Trinkflasche fest, ihm reicht der gelbe Überzieher bis an die Knie. Der junge Mann wird von seinen Eltern schon mit 17 Monaten spielerisch ans Ehrenamt herangeführt, bestätigt der Vater schmunzelnd.

Schallner und Fane haben den Freiwilligen-Nachwuchs eher nicht bemerkt. Beim Forsthaus in Oberbränd, gut sechs Kilometer später, hat Fane seinen Rückstand auf rund 20 Sekunden verringert. Marcus Baur (LG Rems) liegt als Dritter schon fast fünf Minuten hinter Fane. Der 38-jährige Afrikaner holt bergab weiter auf und den gleichaltrigen Schallner nach der Hälfte der Strecke ein. Er setzt sich an die Spitze und baut seinen Vorsprung auf 200 Meter aus, wie Schallner sagt. Bei der Kirche in Unterbränd, wo die Läuferschar traditionell mit Livemusik begrüßt wird, liegt Fane fünf Sekunden vorne. Gut sieben Kilometer trennen beide noch vom Ziel bei der Bräunlinger Stadthalle.

Der Freiburger pirscht sich ran und versucht sich bei Kilometer 41 abzusetzen. Es gelingt. Elf Sekunden vor Fane läuft Nils Schallner als strahlender Sieger ins Ziel. "Total schön" findet der vereinslose Vorjahreszweite, dass es diesmal mit dem Sieg geklappt hat, denn "das war die Ambition". Die Strecke lobt er ebenso wie der völlig zufriedene Fane als "superschön". Der drittplatzierte Baur kommt nach 2:51:39 Stunden ins Ziel.

Svenja Mann hatte "genug von flachen Straßenläufen" und wollte mal "schöne Landschaft". So begründet die 40-jährige Karlsruherin, die zweimal den Freiburg-Marathon gewonnen hat, ihren ersten Start in Bräunlingen. Bis Kilometer 18 lag sie gleichauf mit Sandra Schmid (Pfohren) und Bettina Eyhorn (TSG Schopfheim). "Du bist so schnell ab", sagte die 45-jährige Eyhorn im Ziel zu Mann, der ihre Tempoverschärfung gar nicht bewusst war. 1:07 Minuten hinter Mann wurde Schmid Zweite, Eyhorn freute sich über Rang drei und persönliche Bestzeit von 3:10:36 Stunden.

Den Halbmarathon gewann Omar Tareq (Rheinfelden/1:11:58) überlegen vor Alexander Grigo (LT Pfohren/1:14:37) und David Jansen (SV Reichenau/ 1:17:51). Dessen Vereinskameradin Christin Wintersig (1:28:55) siegte bei den Frauen vor der Schweizerin Melanie Schneider (1:29:33) und Laura Pauli (1:33:55).