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30. Juni 2012

Leider unentbehrlich

Zehn Jahre Zentrum für Suchtprävention "Villa Schöpflin" / Gründung aus leidvoller Erfahrung.

  1. Marion Caspers-Merk, Hans Schöpflin, Marion Dammann, Raphael Gaßmann, Heidi Kuttler (v.l.). Foto: Claudia Gabler 

LÖRRACH. Was vor zehn Jahren mit bescheidenen Mitteln angefangen hat, hat heute Modellcharakter für die ganze Republik. Das 2002 von den Geschwistern Schöpflin ins Leben gerufene Zentrum für Suchtprävention hat in den wenigen Jahren seines Bestehens mehrere Preise und Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten, einige Projekte des Hauses wurden weit über die Kreis- und Landesgrenzen hinaus übernommen. Diese Erfolgsbilanz der "Villa Schöpflin" stand im Zentrum der Festreden an der Feier zum zehnjährigen Bestehen am Donnerstag.

"Wir feiern! Dass Experimente gelingen und Visionen Wirklichkeit werden können" – so das Motto der Geburtstagsfeier. Bevor nun für die geladenen Gäste aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung, Medizin und Gesellschaft das Feiern und also der gesellige Teil des Tages mit Improvisationstheater der Gruppen "Lux" und "Acoustic Instinct", einem Überraschungsprogramm des Bundesnetzwerkes "Hart am Limit" und einem Festausklang mit Essen und Trinken begann, wurde die Arbeit der "Villa Schöpflin" gewürdigt.

Dass die Familie Schöpflin nach dem Drogentod eines jungen Familienmitgliedes nicht resignierte und stattdessen mit der Gründung der Villa Schöpflin helfe, andere vor ähnlichen Erfahrungen zu bewahren, verdiene großen Respekt, so Landrätin Marion Dammann in ihrem Grußwort. So würden Jugendliche dabei unterstützt, "die gefährlichen Klippen des Erwachsenwerdens zu umschiffen". Ebenso wie Bürgermeister Michael Wilke stellte Dammann das Zentrum für Suchtprävention in Brombach als wichtiges Projekt von Stadt und Kreis heraus.

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Wilke würdigte außerdem Mut und Bereitschaft des Zentrums, das von Beginn an von der Diplompädagogin Heidi Kuttler geleitet wird, den sich ständig ändernden An- und Herausforderungen der Suchtprävention zu stellen. Als Beispiel nannte Bürgermeister Wilke Spiel- und Internetsucht, von der seit wenigen Jahren immer mehr junge Menschen betroffen sind. Bereitschaft und Ehrgeiz des Teams, ständig fachlich "up to date" zu sein, nannte auch Marion Dammann als wichtige Voraussetzung der Villa Schöpflin und ihrer sechs Mitarbeiter für deren Erfolg.

Aus Hamm war der Geschäftsführer der "Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen" Raphael Gaßmann zur Feier angereist. Er äußerte in seiner Ansprache deutliche Kritik an der gängigen Drogenpräventionspolitik. Das Problem stehe "auf der Hitliste der Sonntagsthemen ganz oben", außer symbolischen Sanktionen werde aber wenig unternommen, beklagte Gaßmann an die Adresse der Politik. Solange die Werbung für legale Suchtmacher derart mächtig und der Jugendschutz in Deutschland in Sachen Drogenkonsum derart unwirksam seien wie heute, seien Einrichtungen wie die Villa Schöpflin unentbehrlich.



Autor: Claudia Gabler


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