Aufbruch zu neuen Lernformen

Ralf Morys

Von Ralf Morys

Fr, 10. August 2012

Lenzkirch

Sommerberg-Werkrealschule möchte erst mit dem Schuljahr 2014/15 als Gesamtschule starten / Positive Signale aus dem Schulamt.

LENZKIRCH. Die Aufbruchstimmung bleibt und wird weiter geschürt, doch auf den Weg zum neuen Schultyp macht sich keiner Hals über Kopf. Die Sommerberg-Werkrealschule verfolgt ihr Ziel, eine Gemeinschaftsschule zu werden, akribisch weiter. Der Antrag für eine Gemeinschaftsschule werden Schule und die Gemeinde als Schulträger aber erst im Herbst 2013 stellen. Der Beginn als Gemeinschaftsschule ist zum Schuljahr 2014/15 fest eingeplant. Die Gründe für diese "Fahrplanänderung" erläuterten Bürgermeister Reinhard Feser und Rektor Roland Willmann am Mittwochmittag.

Die Argumente für diese Fahrplanänderung lieferte ein kürzliches Gespräch mit dem Leiter der Stabsstelle Gemeinschaftsschule in Kultusministerium, Zeller und dem Verantwortlichen für den südlichen Bereich, Bosch. An der Runde im Rathaus Lenzkirch nahmen ferner Schulamtsleiter Manfred Voßler und Charlotte Beringer, verantwortlich für die Werkrealschulen im Schulamt Freiburg, Elternvorsitzende Roski, Bürgermeister Feser, Rektor Willmann und Maria Leufke Kowatsch aus dem Kollegium teil. Dabei überraschten die Ministeriumsvertreter mit den Aussagen, dass die Landesregierung ihre Vorgaben geändert hat. Es ist die klare Aussage, dass Gemeinschaftsschulen nur zweizügig mit einer Schülerzahl von 40 plus gestartet werden. Die Entscheidung, wer Gemeinschaftsschule werden kann, ist auf die Ebene der Schulämter delegiert worden. Und von dort kam von Manfred Voßler und Charlotte Beringer die Zusage, es werde sicher nicht verfahren, wer zu erst kommt, der wird Gemeinschaftsschule. Im Gegenteil: Das Staatliche Schulamt Freiburg hat Regionalpläne und die beiden Schulamtsvertreter signalisierten in der Runde, dass Lenzkirch mit der Sommerberg-Werkrealschule über eine hervorragende Ausgangslage verfüge, was Schulgebäude, Schülerzahlen und Einzugsgebiet angehe.

Als Resümee der Gesprächsrunde werden offizieller Antrag und der Starttermin für eine Gemeinschaftsschule um ein Jahr verschoben. Gleichwohl werden schon mit Beginn des neuen Schuljahres 2012/13 erste pädagogische Mittel einer Gemeinschaftsschule eingeführt. So werden die fünfte und sechste Klasse in den Fächern Mathematik und Deutsch in Lerngruppen zusammengeführt und ein Konzeptionsraster erstellt, betont Rektor Willmann. Bis zum zweiten Schulhalbjahr soll ein Lernatelier geschaffen sein. Willmann hält die Entscheidung der Landesregierung für "richtig und konsequent, denn eine einzügige Gemeinschaftsschule ist quatsch."

Das zusätzliche Jahr möchte Willmann nutzen, um Eltern klar aufzeigen zu können, was eine Gemeinschaftsschule ist und man dann auch mit Schülern aus Schluchsee und Feldberg die Gemeinschaftsschule startet und sie in Lenzkirch auf gesunden Füßen steht. Willmann betont, "eine Gemeinschaftsschule ist eine Realschule aber besser mit Lehrkräften ausgestattet. Sie ist eine Leistungsschule. Mit sechs neuen Kolleginnen und Kollegen geht die Sommerberg-Schule ins neue Schuljahr und in den kommenden Wochen und Monaten werden die ersten Weichen in Richtung Gemeinschaftsschule gestellt, die dann ab 2014 in der ersten Klasse beginnen soll. So wird es nach den Sommerferien erstmals Lerngruppen geben, die in einem Raum von vier Lehrern betreut werden. Dies soll in vier Stunden pro Woche in den Fächern Deutsch und Mathematik geschehen. Ein Kompetenzraster wird entwickelt, individuell ausgelegte neue Lernformen kreiert, ein Methodikkolloquium ausgearbeitet und eine Konzeptentwicklung für eine Ganztagesschule angegangen. Bis im März sollen diese Eckpfeiler einer Gesamtschule soweit gediehen sein, dass man sie bei einem Tag der offenen Tür den Eltern auch zeigen und erläutern kann, um so ins Werben um die Schüler von morgen einzusteigen. Willmann ist sich sicher, dass die Schülerzahl von 40 plus erreicht wird. Lenzkirch habe jetzt schon im Vergleich zu anderen Schulen die wenigsten Rückgänge. Und mit dem neuen Schultyp können auch Jungen und Mädchen im Ort gehalten werden, die bisher auf die Realschulen nach Titisee-Neustadt oder Bonndorf wechselten.

Für die Startphase reichen die Räumlichkeiten aus

Rektor Willmann versichert, dass die Werkrealschule sicher bestehen bleibe. "Sie stehe sicher wie ein Fels in der Brandung. Die zehnte Klasse bleibt garantiert." Mit der Gesamtschule mache man sich Gedanken darüber hinaus. Es werde ein fließender Übergang angestrebt und der Aufbruch zu neuen Lernformen beginne schon in wenigen Wochen. Für die Startphase einer Gemeinschaftsschule sind genügend Räumlichkeiten vorhanden. Und vom Aufbruch zu neuen Lernformen an der Sommerberg-Werkrealschule wird sich das Schulamt bei Visitationen ein Bild machen und auf der Grundlage des pädagogischen Konzepts die Entscheidung treffen.