Gastronomie

Aus Lenzkircher Kurhaus-Café wird Restaurant Dolce & Salato

Florian Schlosser

Von Florian Schlosser

Mi, 14. Februar 2018 um 17:10 Uhr

Lenzkirch

Es herrscht wieder Leben in einem lange verwaisten Bereich des Kurhauses. Irina Mariani Brandenburg und ihr Mann Theodor haben das frühere Café in ein italienisches Restaurant verwandelt.

LENZKIRCH Seit einer Woche herrscht wieder Leben in einem lange verwaisten Bereich des Kurhauses. Irina Mariani Brandenburg und ihr Mann Theodor haben die seit Jahren leerstehende Gastronomie von der Gemeinde gepachtet und wandelten das frühere Café in ein italienisches Restaurant um. Seit einer Woche hat Dolce & Salato nun geöffnet.

Mit erstaunter Miene und ungläubigen Blick betreten Einheimische das neueröffnete Restaurant im hell erleuchteten Kurhaus. Ohne große Ankündigungen haben die beiden Betreiber das ehemalige Kurhaus Café eingerichtet und eröffnet. Mancher Besucher kommt nur herein, um zu schauen. Andere wiederum setzen sich und bleiben.

Gemütliche Atmosphäre in kleinem Restaurant

Es ist das dritte italienische Restaurant in Lenzkirch. Um sich abzuheben, setzen die Betreiber auf eine gemütliche Atmosphäre in ihrem kleinen Restaurant. "Zudem wollen wir im Sommer handgemachtes Eis anbieten. Original italienisch – geschmiert und nicht als Kugeln", so Theodor Mariani Brandenburg. Das gibt es bisher in Lenzkirch noch nicht.

Das Kurhaus hat über seine drei Etagen eine umbaute Fläche von mehr als 2000 Quadratmetern und kostet die Gemeinde jährlich etwa 130 000 Euro an Unterhaltungskosten. In der Verwaltung ist man deshalb froh, nach langer Suche endlich einen Pächter für das Restaurant gefunden zu haben. Dafür tut die Gemeinde nun auch einiges. Sie investierte ins Inventar und verlangt im ersten Jahr keine Pacht für die Räumlichkeiten. Zudem sollen Fahrradständer im bisher radfreien Kurpark installiert werden, damit auch radelnde Gäste entspannt im Restaurant sitzen können – ihren teuren Drahtesel immer im Blick.

Vorplatz wird im Frühjahr saniert

Im gleichen Atemzug gestaltet die Gemeinde das Kurhausumfeld neu. So wird dieses Frühjahr der Kurhausvorplatz aufwändig saniert. Für den Weiher direkt neben dem Restaurant gibt es auch schon Pläne – er soll entweder verschönert werden oder aber abgelassen. Dann könnte an selber Stelle ein attraktiver Spielplatz mit Wasserzugang entstehen. "So ein Spielplatz wäre eine gute Sache", meint Theodor Mariani Brandenburg schmunzelnd. "Dann könnten die Gäste auf meiner Terrasse sitzen und ihren Kindern beim Spielen zuschauen."

Die neuen Pächter, Irina Maria Mariani Brandenburg (34 Jahre alt) und ihr Mann Theodor Raul (43 Jahre alt) sind in Rumänien geboren. Sie sind in Italien, der Schweiz und in Deutschland bisher verschiedenen Tätigkeiten in der Gastronomie nachgegangen. Seit 2011 leben sie in Deutschland. Die beiden sind verheiratet und wohnen mit ihren beiden Kindern (drei und vier Jahre alt) in Lenzkirch.

Wichtiger Schritt für mehr Leben im Kurhaus

Mit der Wiederbelebung der Gastronomie im Kurhaus ist ein wichtiger Schritt gelungen, um wieder mehr Leben in das Gebäude am Kurpark zu bringen. Aktuell finden im Kurhaus folgende Nutzungen statt: Im Untergeschoss ist seit vielen Jahren die Praxis für Krankengymnastik von Maria Jurgeit angesiedelt. Die restlichen Flächen werden als Lagerräume und für Sitzgelegenheiten verwendet. Überlegungen dort mehr Platz für die Heimatstube oder ein Uhrenmuseum einzurichten, scheiterten an verschiedenen, vor allem aber an Kostengründen.

Im Erdgeschoss auf der Eingangsebene befindet sich nun das Restaurant Dolce & Salato und direkt am Eingang die Tourismus Information der HTG. Weitere Räume belegen auf dieser Ebene das Büro des Vereins Füreinander Miteinander Lenzkirch und das Kinderspielzimmer. Ferner sind hier öffentliche Toiletten, ein Hausmeisterraum sowie Sitz- und Liegegelegenheiten.

Uhrenausstellung im Obergeschoss

Im Obergeschoss ist der Kursaal, die öffentliche Bücherei, die katholischen Pfarramt getragen wird sowie die Uhrenausstellung des Vereins der Lenzkircher Uhrenfreunde, in der in 15 großen Glasvitrinen, die verschiedenen Zeitmesser der Agul zu sehen sind. Der Modellnachbau des früheren Lenzkircher Bahnhofs ist zu sehen und das Heimatmuseum Lenzkirch zeigt im Obergeschoss seine Exponate der Lenzkircher Geschichte.