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17. Juni 2011

Werkrealschule vor dem Aus

Schultyp nicht zukunftsfähig / Sommerberg-Schule sieht in der Gemeinschaftsschule eine Chance.

LENZKIRCH. Der vom Wähler gewollte Wechsel in der Landesregierung hat Auswirkungen auf die Sommerberg-Schule. In der Koalitionsvereinbarung steht, dass der Schultyp "Werkrealschule (WRS) nicht zukunftsfähig ist. Die Kooperation mit beruflichen Schulen für die zehnten Klassen der Werkrealschulen entfällt". Damit ist klar, dass die Werkrealschulen vom Kultusministerium nicht mehr die Unterstützung erfahren werden wie bisher.

Rektor Roland Willmann gab jüngst im Gemeinderat dazu einen Sachstandsbericht mit dem Ziel eines Gedankenanstoßes ab. Schulträger und Eltern sollten ab sofort überlegen, wie sich der Schulstandort Lenzkirch weiter entwickeln könnte.

Der Wegfall der Grundschulempfehlung ab dem Schuljahr 2012/13, nach der Eltern die freie Entscheidung für ihre Kinder haben, welche weiterführende Schulen sie besuchen, dürfte dazu führen, dass die Quote der Werkrealschüler, die bislang bei gut 30 Prozent liegt, abnehmen wird, prognostizierte Rektor Willmann. Zusammen mit sinkenden Schülerzahlen und einem Akzeptanzverlust der WRS, kämen Schülerzahlen in Betracht, die an der Grenze zum Klassenteiler liegen, blickte Willmann voraus.

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Die neue Landesregierung wolle, dass alle Schüler zehn Schuljahre besuchen können. Darin sehe er aber auch eine Chance für Lenzkirch, betonte Roland Willmann, eben in der Gemeinschaftsschule. Prioritäten sollen dabei dort gesetzt werden, wo bisherige Werkrealschulen und Realschulen sich zusammentun. Dies setze aber Zustimmung und Akzeptanz von Schulträger und Eltern voraus. Finanzielle Unterstützung, Bildungspläne und die Zusammensetzung des Kollegiums an den Gemeinschaftsschulen ist offen und wohl nicht vor dem Schuljahr 2014/15 geregelt.

Für den Rektor der Lenzkircher Werkrealschule ist klar, dass ein Teil der WRS gekappt wird. Der Abschluss der Werkrealschulen werde so nicht gestärkt und die Eltern werden dieser Schulart skeptischer gegenüber stehen.

Dennoch sehe er Chancen für Lenzkirch als Schulstandort. Zunächst sollten alle über die Möglichkeiten des Schulstandortes nachdenken. Eine Gemeinschaftsschule aus Grund- und Haupt- mit Realschule biete ein längeres gemeinschaftliches Lernen. Willmann zog das Fazit: "Vieles liegt noch im Unklaren."

Bürgermeister Reinhard Feser bedauerte den Wegfall der technisch geprägten Werkrealschule, nach all dem Engagement, das in die Werkrealschule bislang gesteckt worden sei. Räumlich habe die Sommerberg-Schule aber einiges zu bieten, so dass man sich mit einer Gemeinschaftsschule beschäftigen könnte. Walter Matt meinte, die Gemeinde als Schulträger sollte sich zur Gemeinschaftsschule bekennen, bevor was weg bricht. Johannes Metzger fragte nach der Platzausstattung für eine Gemeinschaftsschule. Eine einzügige Gemeinschaftsschule wäre machbar, wenn auch nicht zum Nulltarif, erwiderte Willmann. Aber eine zweizügige, wie sie mit Schülern aus Schluchsee und Feldberg zu machen wäre und den Bestand sichern würde, würde bauliche Maßnahmen bedeuten. Harald Zimmermann sprach Außenklassen an und bekam zu hören, dass dies machbar wäre. Maria Leufke, Gemeinderätin und Lehrerin an der Sommerberg-Schule sagte, dass die baulichen Maßnahmen nicht auf einen Schlag notwendig würden. Seit zwölf Jahren könne man in Lenzkirch die Schulzeit mit der Mittleren Reife beschließen. Diesen mittleren Bildungsabschluss wolle man erhalten und dies werde künftig wohl nur über die Gemeinschaftsschule zu erreichen sein.

Autor: Ralf Morys