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14. Juli 2017

Abgaswerte

Leider: Motorschutz vor Lungenschutz

Zu: "Nur zwei Modelle liegen über dem Limit", Agenturbeitrag (Wirtschaft, 28. Juni):

Erst glaubte ich an einen verspäteten Aprilscherz, muss jedoch feststellen, wie Herr Dobrindt nun tatsächlich verkündet, es sei alles so weit in Ordnung mit den Abgaswerten der Autos. Ganz im Sinne der Autoindustrie, welche sogar ein zukünftiges, "unabhängiges" Institut finanzieren möchte. Das heißt also unabhängig vom Kunden/Verbraucher, jedoch weiterhin abhängig von der Autolobby. Alles wie gehabt.

Ich wünschte mir hierzulande die gleiche glaubwürdige Ernsthaftigkeit zur Aufklärung des Skandals, wie man diese in den USA zu sehen bekommt. Und zwar ganz im Sinne der Betroffenen und Geschädigten und der geschundenen Umwelt. Reichen 40 000 Tote jährlich bundesweit durch Luftschadstoffe denn nicht aus? Immer mehr Kinder mit Atemwegsproblemen in Frühstadium.

Neben Schuldeingeständnis durch VW und den Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe fahndet die US-Justiz nach fünf VW-Managern, weil hier eine Straftat vorliegt. Als Konsequenz aus der Schwere des Skandals sollte Dobrindt zurücktreten (Frau Merkel gleich mit – siehe ihren Amtseid). Solange jedoch die Interessen von Hochfinanz und Geldadel eine höhere Wertigkeit in der Politik haben, wird ein Motorenschutzprogramm (Daimler) vor dem Lungenschutzprogramm eines Lebewesens gestellt.

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Im Ergebnis eines Streitfalles gewinnt immer der Verursacher, und die Geschädigten gucken in Deutschland in die Röhre. Ganz anders in den USA. Großzügige, faire Entschädigungen für Opfer. Übrigens: Die Administration in Kalifornien stuft Glyphosat als krebserregend ein. Und bei uns? Großzügige Freigabe für weitere 15 Jahre. Es stellt sich mir die Frage: auswandern trotz Trump? Eine traurige Wahrheit.Richard Kapp, Glottertal

Autor: Richard Kapp, Glottertal