Familienheim und Quäkerstrasse

Der Altbestand sichert den Bewohnern günstige, bezahlbare Mieten

Klaus Schulz zur Wiesch, Freiburg

Von Klaus Schulz zur Wiesch & Freiburg

Mo, 15. Januar 2018

Leserbriefe Freiburg

Zum geplanten Abriss von Wohnhäusern an der Quäkerstraße ("Genossenschaft Familienheim, geplanter Abriss der Wohngebäude", BZ vom 5. Januar).
Dass die Genossenschaft schöne Wohnungen bauen kann, ist bekannt. Dass aber in der Quäkerstraße 1- 9 42 günstige Mietwohnungen fallen sollen, damit Platz gemacht werden kann für geplante neue Wohnungen, ist doch ein Unding.

Die Aufgabe aller Akteure auf dem Freiburger Wohnungsmarkt muss doch derzeit sein, zum Altbestand hinzu möglichst viele neue Wohnungen zu bauen, um den Mangel an Wohnungen zu verringern.

Der Altbestand sichert den Bewohnern günstige, bezahlbare Mieten. Leider ist nicht zu bestreiten, dass der Bau neuer Wohnungen aufgrund hoher Anforderungen an Standards und Technik sowie der gültigen Landesbauordnung immer teurer wird. Bezahlbarer Wohnraum wird das für viele nicht. Und auch Modernisierungen führen zu höheren Mietkosten.

Das wissen die Bewohner der Quäkerstraße auch: Warum lässt man sie nicht in ihren beliebten Wohnungen, die zugegebenermaßen Hochparterre aufweisen, keinen Fahrstuhl haben und hellhörig sein mögen, deren Mieten dafür jedoch erschwinglich sind, sogar auch ein Stück Heimat darstellen?

Weil die Genossenschaft nicht über die dazu benötigten Flächen für Neubauten verfügt, darf sie doch nicht einfach bestehenden günstigen Wohnraum vernichten! Und sie sollte erst dann im Bestand moderate Modernisierungen angehen, wenn sich der Wohnungsmarkt in Freiburg entspannt haben wird.

Klaus Schulz zur Wiesch, Freiburg