Kein Recht auf Meinungsfreiheit

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Von epd

Di, 14. November 2017

Literatur & Vorträge

PEN erinnert am Mittwoch an Schriftsteller im Gefängnis.

Die internationale Schriftstellervereinigung PEN würdigt zum "Tag des inhaftierten Schriftstellers" am Mittwoch Autoren, die ihrer Freiheit beraubt wurden. Fünf Kolleginnen und Kollegen stünden beispielhaft für viele, die wegen ihrer Wahrnehmung des Rechts auf freie Meinungsäußerung täglich Repressionen ausgesetzt seien oder gar getötet würden, teilte das deutsche PEN-Zentrum in Darmstadt mit.

Die türkische Journalistin und Künstlerin Zehra Dogan wurde im März 2017 wegen "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung" zu über zwei Jahren Haft verurteilt. Die Anklage habe sich unter anderem auf ein Gemälde Dogans gestützt, das die weitflächige Zerstörung der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Nusaybin durch das türkische Militär zeigt. Die vietnamesische Bloggerin Nguyen Ngoc Nhu Quynh (Me Nâm) wurde nach PEN-Angaben im Juni wegen "Propaganda gegen die Sozialistische Republik Vietnams" zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Die Regierungskritikerin habe im Netz auf soziale Ungerechtigkeiten, Menschenrechtsverletzungen und Umweltskandale aufmerksam gemacht.

Ramón Esono Ebalé, alias Jamón y Queso, ist Karikaturist in Äquatorialguinea. Er habe auf im Internetblog Kritik an Präsident Teodoro Obiang und dessen Regierung geübt und in seinen Zeichnungen auf soziale Ungerechtigkeiten und Menschenrechtsverletzungen aufmerksam gemacht. Ebalé kam im September ins Gefängnis, eine Anklage liege nicht vor.

Der Journalist, Aktivist und Mitgründer des PEN in Honduras, Cesario Alejandro Félix Padilla Figueroa, ist im Juni schuldig gesprochen worden. Er habe Menschenrechtsverletzungen gegen demonstrierende Studenten dokumentiert. Außerdem würdigt PEN die syrische Menschenrechtsanwältin, Bloggerin und Schriftstellerin Razan Zaitouneh. Sie wird seit Dezember 2013 vermisst.