Mundart für Kinder

Ulrike Derndinger

Von Ulrike Derndinger

Mo, 21. September 2015

Literatur & Vorträge

Die CD "Horch emol!" der Muettersproch-Gsellschaft.

Dialekt ist zum Lesen zu schwierig – so oft Dialektpoeten diese Klage hören, so seltsam ist es, dass die Muettersproch-Gsellschaft, der Verein zur Pflege der alemannischen Mundart, nicht schon eher gute Geschichten auf Tonträger gepackt hat. Mit der neuen CD "Horch emol!" spricht der Verein nun eine Zielgruppe an, auf die alle Vereine erpicht sind: Kinder.

Die acht Geschichten aus der Feder von Dichterinnen und Dichtern aus dem alemannischen Sprachraum von Elsass, Baden, Schweiz, Bodensee und Hochrhein sind aktuell, gut gelaunt erzählt und beherzt von den Autoren und Autorinnen selbst gesprochen. Das macht Freude beim Zuhören und gleicht die eine oder andere Länge aus. In allen Geschichten kommen zwar Kinder vor, aber nicht alle Geschichten sind kindgerecht. Das mag vielleicht daran liegen, dass alemannische Autoren Kinder bislang kaum als Zielgruppe von Dialektliteratur wahrgenommen haben.

Manche Geschichte könnte jedoch den Nerv junger Zuhörer treffen. Etwa die hochaktuelle Detektivgeschichte von Markus Manfred Jung über einen Anschlag auf ein Asylantenheim. Andere werden vielleicht weitergezappt – möglicherweise lauschen aber die Eltern und werden angetan (wieder) entdecken, dass Dialekt und Dialektdichtung viele Facetten haben kann.

Fazit: Manche Geschichten sind kindgerechter als andere, aber tolle Idee und vergnüglich zu hören.

"Horch emol!": CD der Muettersproch-Gsellschaft, Hansjakobstr. 12, 79117 Freiburg. info@muettersproch-gsellschaft.de; http://www.alemannisch.de Erhältlich beim Verein.