Alte Obstsorten liegen ihm am Herzen

Christa Maier

Von Christa Maier

Do, 01. März 2018

Löffingen

Elektroniktechniker Kuno Rombach aus Unadingen ist geprüften Obstbaumpfleger und darf sein Wissen auch weiter vermitteln.

LÖFFINGEN-UNADINGEN. Streuobstwiesen werden heute eher aus Idealismus und Liebe zur Tradition erhalten. Vor allem die Pflege der mit Bäumen bepflanzten Wiesen findet in der durchrationalisierten Landwirtschaft heutzutage kaum noch Platz. Doch es gibt Menschen, die sich mit den Begriffen Naturverbundenheit und Ursprünglichkeit vermehrt auseinandersetzen und sich für den Erhalt und die Pflege alter Obstbaumsorten einsetzen.

Kuno Rombach aus Unadingen ist so ein Mensch, dem Obstbäume "ans Herz gewachsen" sind. Vor zwei Jahren absolvierte er die vom Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg (LOGL) angebotene Ausbildung zum Obst- und Gartenfachwart, jetzt hat er den "LOGL geprüften Obstbaumpfleger" draufgesattelt. Zehn Tage war er dafür in Schwäbisch-Gmünd, wo neben obstbaufachlichen Themen auch naturschutzfachliche Belange der Kulturlandschaft "Obstwiese" vermittelt wurden. Aus den Bewerbern aus ganz Baden-Württemberg wurden letztendlich 20 Teilnehmer ausgewählt, die die entsprechenden Voraussetzungen und Erfahrungen mitbrachten.

Sein Faible für alte Obstbäume kommt nicht von ungefähr: "Wir haben 20 eigene Bäume, die mein Schwiegervater so lange gepflegt hat, bis er es nicht mehr konnte", sagt Kuno Rombach. Der Baumschnitt wurde dann etwas vernachlässigt, da sich niemand den Schnitt so richtig zutraute. Und als man einen Betrieb dafür beauftragte, kam dieser ewig lange nicht. "Also mach ich es selbst", dachte der Elektroniktechniker.

Die 2015 von der Landwirtschaftsschule in Donaueschingen angebotene landeseinheitliche Ausbildung zum "LOGL-Geprüften Obst- und Gartenfachwart" kam ihm dabei gerade recht. Inzwischen hat er vielen Bäumen die richtige "Frisur" verpasst. "Du gucksch immer nu alte Bämm a", den nicht böse gemeinten Vorwurf seiner Frau müsse er ertragen.

"Früher gehörten Streuobstwiesen einfach zu jedem Ortsbild", sagt er, und es tut ihm fast weh, wenn er sehen muss, wie alte Bäume nicht mehr gepflegt oder einfach umgesägt werden. Ein Birnbaum könne bis 100 Jahre alt werden und auch Apfelbäume, die entsprechend geschnitten werden, bringen es auf mehrere Jahrzehnte. Nur mit entsprechender Baumpflege könne man stabile, vitale und langlebige Streuobstbäume heranziehen und erhalten.

Nicht nur wegen des Ertrags möchte er den alten Bäumen wieder auf die Sprünge helfen, sondern auch als Lebensraum und Nahrungsquelle für viele Insekten und Vögel. Daher hat er jetzt noch die Prüfung als Obstbaumpfleger absolviert, die neben Naturschutzaspekten, Kalkulation, Arbeitssicherheit oder Seilklettertechnik auch Schnitttechnik als Erhaltungs- und Pflegemaßnahme sowie Neupflanzungen umfasste. Dafür ist er momentan einer der einzigen LOGL-geprüften Obstbaumpfleger im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.

Die Zertifizierung ermöglicht ihm jetzt, selbst Schnittkurse anzubieten oder beratend bei Pflanzungen oder beim Schneiden von Obstbäumen mitzuwirken. Um immer wieder etwas in Richtung Obstbau auszuprobieren, sucht er zum Erwerben noch ein ortsnahes Grundstück, optimal mit alten Obstbäumen, mit rund 1000 Quadratmetern.