Jetzt geht es an die Feinarbeit

Martin Wunderle

Von Martin Wunderle

Di, 05. Juni 2018

Löffingen

Der zentrale Verteiler wird mit Glasfaserkabeln bestückt.

LÖFFINGEN. Jetzt geht beim Aufbau schneller Internetverbindungen an die Filigranarbeit: In einem Raum des Bauhofsgebäudes wird gerade der zentrale Verteiler (Pop) für das Löffinger Glasfasernetz bestückt. Von dort aus laufen dann die Leitungen an die Verteiler in den Ortsteilen Unadingen, Reiselfingen und Dittishausen, von wo sie sie an das Kupfernetz der Telekom übergeben werden.

Bürgermeister Tobias Link räumte dabei ein, die Gemeinde habe zu Beginn des Projekts den riesigen Aufwand unterschätzt. Die Planer seien inzwischen voll mit Aufträgen, ebenso wie die Firmen und die Lieferanten. Doch inzwischen nähere man sich dem Ende des Projekts. Die Firma Stiegeler, die das Glasfasernetz von der Stadt gepachtet hat, hat mittlerweile in den Ortsteilen die Übergabestationen an das Netz der Telekom aufgestellt, das wichtigste und komplexeste Bauteil beim Ausbau eines Glasfasernetzes.

Jetzt ist Link zuversichtlich, dass wenn in zwei Wochen auch der Anschluss an das überregionale Glasfasernetz steht, man Ende Juli in Betrieb gehen kann. Damit verfüge Löffingen dann über ein weiteres wichtiges Stück Infrastruktur, das einen Standortvorteil für Löffingen bringen könne. Dann aber, so Link, gönne man sich aber erst einmal eine Verschnaufpause, bevor man mit dem Zweckverband des Landkreises über den weiteren Ausbau des Glasfasernetzes verhandle.

Wie viele einzelne Glasfaserfäden man braucht, lässt sich anhand einer bereits erstellten Dokumentation hochrechnen, sagt Georg Vetter, dessen Firma für die Kabelverlegung und die Spleißarbeiten an den einzelnen Glasfaserfäden zuständig ist. Als großen Vorteil in Bezug auf die Kosten aber auch auf Zweitersparnis bezeichnete er, dass bei Bauarbeiten in den vergangenen Jahren bereits der größte Teil der Strecke mit Leerrohren verlegt wurde. Das sei hauptsächlich mit der Verdienst von Stadtbaumeister Thomas Rosenstiel sei, der Ende des Monats in den Ruhestand geht, erläuterte Christof rösch, der für den Bereich Tiefbau im Stadtbauamt zuständig ist.

144 Glasfäden In jedem Kabel

Jedes kleine Kabel umfasst zwölf verschiedenfarbene Glasfaserfäden, die in einem größeren noch einmal zu zwölft zusammengefasst werden – ebenfalls in unterschiedlichen Farben. Mit diesem System erhält man letztlich 144 Glasfaserfäden, die eindeutig zugeordnet und an einzelne Häuser verteilt werden können. Angeschlossen werden zunächst einmal nur Gebäude, die an der Strecke liegen und bereits mit Leerrohren bestückt sind. In Unadingen und Reiselfingen seien es 90 Prozent der Gebäudeeigentümer, die von diesem Angebot Gebrauch gemacht haben.

Doch auch mit dem Anschluss an das Kupfernetz der Telekom erhofft man sich in der näheren Umgebung erhebliche Steigerungen bei der Datenübertragung. Bei einem direkten Glasfaseranschluss sein bis zu einem Gigabyte möglich, erläuterte Markus Stiefvater vom Netzbetreiber Stiegeler. Doch auch 10 Gigabyte seien kein Problem. Dafür müsse man lediglich ein Bauteil austauschen.