Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

12. April 2011

Schutz für Hunde vor Giftanschlägen

Uwe Friedrich bringt Hunden bei, nichts Gefundenes zu fressen / Film im Spätsommer bei Vox.

  1. Hundetrainer Uwe Friedrich zeigt Besitzerin Claudia Seeringer, wie ihr Hund Kimy lernt, auf gefundenes Fressen zu verzichten. Der Sender Vox zeigt den Film im Spätsommer. Foto: Heidrun Simoneit

LÖFFINGEN. Sie hatten sich so auf ihren Urlaub in Bayern gefreut und wollten zusammen mit ihrem geliebten Vierbeiner Biene ein paar schöne Tage dort verbringen. Doch kaum am Urlaubsort angekommen, ging es Biene von Tag zu Tag schlechter. Bis er qualvoll einging, verendet durch Rattengift.

Drei Monate später hat Familie Seeringer einen neuen Hund: Kimy, erst ein Jahr alt, ein Straßenhund aus La Palma, der den Weg in ein besseres Leben über das Internet fand. Jetzt erschnüffelt er sich bei Spaziergängen in Hinterzarten seine neue Welt. Und Claudia Seeringer passt auf, dass ihm nicht das gleiche Schicksal wie seinem Vorgänger droht. Deshalb hat sie sich für den Gang zur Hundeschule entschieden. Mit einem speziellen Training bei Uwe Friedrich von Teamcanin will sie das Risiko einer erneuten Vergiftung so gering wie möglich halten.

"Im letzten Jahr gingen bei uns vier Anzeigen wegen Hundevergiftung ein", berichtet Rolf Gebhart, Oberkommissar bei der Polizei Neustadt. "Die Dunkelziffer ist erfahrungsgemäß aber zehnmal höher", erklärt er. Die Taten seien schlecht nachzuweisen, auch Bussarde und Katzen fielen immer wieder Giftanschlägen zum Opfer.

Werbung


Bei Angriffen auf Hunden seien möglicherweise persönliche Motive im Spiel: Wut, Hass, die Lust am Töten. Oft müsse im näheren Umfeld der Nachbarschaft gesucht werden. "Ich habe auch einen Verdacht, aber beweisen kann ich leider nichts", erzählt Claudia Seeringer.

"Unser Hund ist ein Allesfresser. Ich war schon in zwei Hundeschulen, hat nichts gebracht. Aber hier lernt er endlich etwas", freut sich Doris Waldmann-Hahn über ihren Kapitän, einen dreijährigen Labrador-Retriever. Auch die anderen Teilnehmer lernen ganz neue Züge an ihren Hunden kennen. "Meiner hat als Welpe am liebsten nach dem Winter Kuhfladen auf der Wiese entdeckt und sie dann quer über das ganze Gelände gezogen", berichtet Sabine Weckerle aus Böblingen. Die Zeiten sollen nun endgültig vorbei sein. Taschentücher, Pferdeäpfel, Plastiktüten, Aluminiumstücke und Schafsköttel werden, versichert Experte Friedrich, endlich der Vergangenheit angehören: "Das erfordert natürlich eine enorme Disziplin vom Halter, denn manche Hunde sind wirklich extrem verfressen. Aber wenn man bedenkt, dass Täter nicht nur Rattengift, sondern auch Nägel oder Rasierklingen unter das Futter mischen und das Tier dann qualvoll eingeht, lohnt sich die Mühe." Im Spätsommer zeigt der TV-Sender Vox (bei Hundkatzemaus), wie sich Hundebesitzer vor solchen bösen Erlebnissen schützen können.

Autor: Heidrun Simoneit