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06. Juni 2012

Vom Bahnhof zum Holzbau

Ministerbesuch in Bachheim / Fördergelder helfen bei Investitionen im ländlichen Raum.

  1. Die Mitarbeiter der Bachheimer Firma Holzbau Kuttruff (rechts Firmenchef Jürgen Kuttruff) freuten sich über hohen Besuch: Minister Alexander Bonde informierte sich über den Betrieb. Foto: Karla Scherer

LÖFFINGEN-BACHHEIM. Der sprichwörtliche "große Bahnhof" ist selten am Bachheimer Bahnhof. Vielleicht herrschte er sogar nur bei der Ankunft des Großherzogs zur Einweihung der Bahnstrecke im Jahre 1901. Nun gab es aber wieder einmal einen Tag, an dem Lokalpolitiker und Blaskapelle am Bachheimer Bahnhof auf Prominenz warteten. Der baden-württembergische Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, machte auf seiner Fahrt mit der Höllentalbahn in Bachheim Station.

Auf Wunsch von Bürgermeister Norbert Brugger wurde er mit dem Badnerlied begrüßt. Im Rahmen des Besuches konnten die lokalen Politiker die Anliegen der Region zu Gehör bringen. Der Bahnhof lieferte bereits das erste Stichwort: Bachheims Ortsvorsteher Berthold Meister und Bürgermeister Brugger unterstrichen die Bedeutung des Bahnanschlusses für Bachheim und damit verbunden die anstehende Elektrifizierung der Bahnstrecke. "Die Mittel sind bereitgestellt und ich hoffe, dass der Umsetzung nicht mehr im Wege steht", erklärte der Bürgermeister. Der Ortsvorsteher dachte auch an die Verbindung über die Wutach hinweg nach Süden und plädierte für einen Radweg nach Ewattingen.

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Der Halt in Bachheim diente vor allem aber einem Besuch der Firma "Holzbau Kuttruff". Firmenchef Jürgen Kuttruff gab Einblick in seinen Betrieb. Er führt die Firma mittlerweile in der dritten Generation. Sein Großvater hatte mit einer kleinen Werkstätte begonnen, sein Vater 1981 einen Hallenbau abgeschlossen. 2011 konnte das Team von Jürgen Kuttruff eine neue große Fertigungshalle beziehen. Der Schwerpunkt der Firma liegt im Bau von Holzhäusern.

Für den Hallenneubau hatte Kuttruff Gelder aus dem Förderprogramm zur Entwicklung des ländlichen Raums erhalten. Insgesamt wurden in Löffingen bereits 24 Projekte durch dieses Programm gefördert. "Mit 937 000 Euro an Fördermitteln konnten 9,8 Millionen Euro an Investitionen losgetreten werden", machte Norbert Brugger deutlich. Der Löffinger Bürgermeister bekam hier ein Lob vom Minister: Solche Erfolge gebe es nur, "wenn man als Bürgermeister das ERL-Programm zur Chefsache macht". Respekt zollte Bonde aber auch dem konkreten Betrieb. Holzbau Kuttruff habe den Veränderungen Rechnung getragen. Dass die Firma derzeit drei Auszubildende beschäftigt, nannte er eine "Leistung, die man sehr anerkennen muss".

Berthold Meister ging auf die unterschiedlichen Interessen ein, die es im ländlichen Raum zu berücksichtigen gilt. Als Beispiel nannte der Ortsvorsteher, der mit der Gauchach- und Wutachschlucht auch ein Naturschutzgebiet zu seinem Dorf zählt, die Vereinbarkeit von Naturschutz und den Interessen der Wanderer und der Anwohner vor Ort.

Autor: Karla Scherer