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12. November 2013

Bürgermeister Michael Wilke wird Fasnachtsprotektor 2014

Bürgermeister Michael Wilke wird Fasnachtsprotektor 2014 / Kurzweiliges "Schnäggeesse" der Zunftmeister am Elften-Elften.

  1. Eine neue Rolle: Bürgermeister Michael Wilke (Mitte) wurde von Obergildenmeister Jörg Roßkopf (links) und Oberzunftmeister Stephan Vogt als neuer Protektor der Lörracher Fasnacht proklamiert. Foto: Nikolaus Trenz

  2. Zueloose, nit abhöre: Die neue Losung und das Plakettenmotiv von Frank Schmohl Foto: Nikolaus trenz

  3. Die Jüngsten der Zunft beim Vortrag: Christoph Schult und der neue Zunftstift Philipp Buser Foto: Nikolaus trenz

  4. Foto: Nikolaus trenz

LÖRRACH. Beim "Schnäggeesse" am Elften-Elften verkünden die Lörracher Narrenoberen traditionell den neuen Protektor und die Losung für die Fasnacht 2014. Protektor und damit Nachfolger des Baslers Felix Rudolf von Rohr wird Bürgermeister Michael Wilke. Die nächste Fasnacht steht in Lörrach unter dem Motto: "Zueloose, nit abhöre."

Von Abhörskandal, NSA und gehackten Politikerhandys ließen sich die Narren schon im Sommer inspirieren. Die Umsetzung gelang, wie Obergildenmeister Jörg Roßkopf, verkündete zum dritten Mal am besten dem Weiler Frank Schmohl. Sein Motiv ziert die neuen Plaketten. Zur Losung wird den Zunftmeistern gewiss noch das eine oder andere einfallen, das sie im Zunftabendprogramm präsentieren werden. Premiere ist am 19. Februar.

Am Elften-Elften machten die Zunftmeister mit einem kurzweiligen und bestens mundenden Slowfoodessen ("Friss’n weg, dr Schnägg") schon mal Appetit auf Kommendes. Auch wenn man mitten im Herbst noch nicht auf Fasnacht eingestimmt ist, das Publikum im Lassersaal ließ sich gerne für knapp zwei Stunden närrisch-komödiantisch unterhalten. Mit einem famosen Auftritt führte sich der ehemalige Schnitzelbänkler Philipp Buser ein, wofür ihn dann Oberzunftmeister Stephan Vogt zum Zunftstift ernannte. Dann zündeten die vortragserprobten Zunftmeister ihr Redenfeuerwerk: Klaus Ciprian-Beha (er scheiterte bei dem Versuch das Rheinschwimmen auf die Wiese zu übertragen, was mangels Wasser nur als Wiesewandern möglich war), Christoph Schuldt (sein Triple heißt "Zunftmeischder, Handwerksmeischder, Stadtrootmeischter"), Ralf Buser (gab Einblicke in die eigene Schullaufbahn), Hansi Gempp (nannte die Fußgängerzone in SBZ, Schweizer Besatzungszone um), Karl-Heinz Sterzel (glossierte in seiner Chronik das Jahr 2013 und hackte aus der Friedrich-Hecker-Straße das Handy der Oberbürgermeisterin) und Losungsgedanken präsentierte Andreas Glattacker.

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Mut sprach der noch bis zum Neujahrsempfang der Narrengilde am Dreikönigstag amtierende Protektor Felix Rudolf von Rohr seinem designierten Nachfolger Michael Wilke zu. Er müsse nur etwa zwanzig Reden halten und könne sich dabei der Unterstützung durch Oberzunft- und Obergildenmeister sicher sein. Die erste brachte der Bürgermeister gleich nach seiner Proklamation souverän hinter sich. Über vierzig Jahre habe er nun versucht, "die Fasnacht zu vermeiden", aber gleich nach seiner Wahl, als ihm "seltsam in Rot gewandete Herren" (Gildenmeister, Anm. d. Red.) gratulierten, schwante ihm schon, dass das jetzt vorbei sei. Und nun im Protektorenamt ist es damit ganz aus. Aber er hat ja schon zweimal die Fasnacht in Lörrach miterlebt. Beim dritten Mal wird er nun Akteur. "Wir werden eine gute Zeit miteinander haben", zeigte sich Wilke gewiss.

Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm hatte nach einem herzerfrischend launigen Auftritt des unterdessen ehemaligen Vogts von Kandern Bernhard Winterhalter das letzte Wort und verriet, dass sie ihrem Kollegen "sehr gut zugeredet" habe. Zwar könne er nicht Alemannisch schwätze, habe aber einen trockenen Humor, was ihn durchaus zum Protektor qualifiziere. Woran im närrischen Auditorium niemand zweifelte.

Nach diesem gelungenen Fasnachtsintermezzo am Elften-Elften entließ Oberzunftmeister Stephan Vogt die "Schnäggeesser" wieder in den Alltag. Wiedersehen an einem der acht Zunftabende oder bei der Ratssuppe am Rosenmontag.

Autor: Nikolaus Trenz