Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
23. Oktober 2010
Die kleine Uhrenmarke Jacques Etoile spielt im Kreis der Großen mit
Wer Klaus Jakob von Uhren reden hört, spürt die Begeisterung, mit der er seinem Beruf nachgeht. Er ist nicht nur Uhrmacher, sondern auch Uhrenproduzent mit eigenen Marken. Und das mit Erfolg. Das ist in der krisengeschüttelten Uhrenbranche nicht selbstverständlich.
Vor 55 Jahren gründete Horst Jakob ein Fachgeschäft für Uhren und Schmuck im Haus Markgräfler Hof. Sein Sohn Klaus ist seit 32 Jahren mit im Geschäft. Er hat Uhrmacher gelernt, seine Meisterprüfung abgelegt, eine Ausbildung als "Gemmologe" (Edelsteinkundler) absolviert. Und zum 40-jährigen Betriebsbestehen hat er eine Uhr kreiert. 1955 wurde hauptsächlich Schmuck angeboten, heute sind es vor allem Uhren. In diesem Frühjahr wurde allerdings das Schmuckatelier neu gestaltet. Vater Horst Jakob ist immer noch mit dabei.
Aus dem kleinen Geschäft ist die Firma Jacques Etoile Uhren geworden. Und aus den Uhren zum 40-Jährigen wurde die Marke Jacques Etoile, die 2011 15 Jahre besteht. Die kleine Lörracher Uhrenmarke spielt im Kreis der Großen mit. Einträge in einen Uhrenkatalog, die "Bibel" der Branche, oder die Wahl unter die 100 besten Uhren im 100. Heft von "Chronos" 2010 bestätigen den Weg von Klaus Jakob, nicht der Billigste, aber der Beste sein zu wollen. Wenn man sieht, mit welchem Aufwand die Uhren entworfen, entwickelt, gefertigt, veredelt sind, wie er immer wieder Neues entwickelt, noch bessere Verarbeitungen sucht, kann man verstehen, dass seine Preise nicht mit Billigimporten aus Asien mithalten können.
Werbung
Das will Klaus Jakob auch nicht. Um seine Uhren dennoch erschwinglich zu machen, hat er eine neue Marke in seine Firma geholt. Aus der Schweiz hat Jakob 2007 die Namens- und Markenrechte an Mercure übernommen. Wie er sagt, hat er zu seiner Überraschung mit dieser Zweitmarke bereits große Erfolge.
Die Mercure-Reihe ist männlich, markant, an Flieger- und Taucheruhren orientiert, mit neuer Technologie versehen. Die Jacques Etoiles-Uhren sind nostalgisch, charmant, eine Besonderheit ist die Verwendung von historischen Werken wie bei der Jubiläumsuhr "Prelude". Durch seine Beziehungen – Jakob hat eine Zeit lang für eine Schweizer Firma Uhren entworfen –, mit detektivischem Spürsinn und "einem Quäntchen Glück" kommt er immer wieder zu alten Uhrwerken aus Firmen, die aufgeben mussten.
Seine Ideen nimmt der Uhrmacher aus der Geschichte, als begeisterter Taucher aus dem Tauchsport – da kam ihm die Idee einer verschraubten Lunette – oder aus dem Fahrzeugbau wie die Carbonzifferblätter. Seine Uhren verkauft er nicht nur im Laden, wohin viele Schweizer und immer mehr französische Kunden kommen, sondern auch bundesweit an ausgesuchte Juweliere und per Internet in die ganze Welt. Neben den eigenen Uhren sind handgemachte deutsche Uhren im Verkauf. Stolz ist Jakob auf das Werkdepot der Frankfurter Uhrenmarke Sinn. Er ist sein eigener Vertreter, führt das Geschäft mit Versand und Uhren- und Schmuckwerkstatt. Seine Spezialität sind alte Uhren, er ist so etwas wie ein Uhrendoktor geworden, zu dem die Kunden ihre Raritäten zur Reparatur bringen.
Zum 55-jährigen Bestehen laden die Jakobs heute, Samstag, von 9 bis 17 Uhr ein.
Autor: Heidemarie Wussler
