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29. Dezember 2016

Für Wohnungsbau den Salzert im Blick

In Hochhäusern am Waldrand könnten 350 Wohneinheiten entstehen / Planungen in vielen Gebieten.

  1. Am Waldrand südlich der Salzertstraße – auf dem Foto unten rechts – könnten nach den Überlegungen der Stadt Hochhäuser mit Mietwohnungen entstehen. Foto: Erich Meyer

LÖRRACH. Bei der Bewältigung der Wohnungsproblematik hat das Jahr 2016 einige Weichenstellungen gebracht. Für die Erschließung des Baugebiets Belist steht Geld bereit, der Planungswettbewerb für das Parkplatzgelände bei der Arbeitsagentur läuft, beim Postareal steht die Vereinbarung zum Bau von Wohnungen in den oberen Stockwerken und schließlich gehen die Überlegungen für das Schöpflin-Areal weiter. Auch für den Bau von Mietwohnungen gibt es zwischenzeitlich eine Präferenz. OB Lutz will den Bau von vier Hochhäusern beim Salzert forcieren.

Wohnraum fehlt in der wachsenden Stadt Lörrach in allen Formen und Preisklassen. Besonders dringlich ist die Schaffung von bezahlbaren Mietwohnungen, um das soziale Gleichgewicht in der Stadt nicht zu gefährden. In einem Bericht zur Wohnraumoffensive schreibt die Stadtverwaltung: "Insbesondere einkommensschwache Haushalte geraten in dieser Marktdynamik zunehmend in Bedrängnis. Wo ausreichend bezahlbare Wohnraumangebote fehlen, ist eine stabilisierende soziale Mischung auf Stadtteil- und Quartiersebene gefährdet." Oberbürgermeister Jörg Lutz machte in einem Mediengespräch zum Jahresende deutlich, wo er die besten Chancen sieht, den Mietwohnungsbau deutlich voranzubringen: Am Rand des Wohngebiets Salzert könnten vier Hochhäuser mit insgesamt 350 Wohneinheiten entstehen. Bei dem dafür in Frage kommenden Gelände handelt es sich um den Streifen rechts der Salzertstraße etwa im Bereich der Finnenbahn. Die Erschließung wäre also schon vorhanden, doch diesem Vorteil steht ein problematischer Nachteil gegenüber: Der Bau von Hochhäusern auf der bislang unbebauten Seite der Salzertstraße würde in den Wald und in das Landschaftsschutzgebiet eingreifen. OB Lutz stellt dies durchaus als Hürde dar. Allerdings verspricht er, dass sich die Verwaltung dennoch mit großem Nachdruck um eine Verwirklichung dieser Pläne kümmern werde. "Wir kratzen damit zwar an Konventionen", sagt Lutz. Dafür aber könnten auf überschaubarer Fläche viele Wohnungen entstehen – und dies mit einem positiven Effekt für das bestehende Wohngebiet. "Unter sozio-ökonomischen Gesichtspunkten würde das dem Salzert helfen", sagt Lutz. Vorhandene Einrichtungen wie Begegnungszentren und die Schule könnten dauerhaft ausgelastet sein und auch der Nahverkehr, erst jüngst mit einer weiteren Linie zur S-Bahn-Station Stetten gestärkt, würde auf breitere Basis gestellt.

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Im Flächennutzungsplan, der bis 2025 die Ausbreitung von Lörrach steuern soll, ist eine Salzert-Erweiterung bereits vorgesehen – allerdings an anderer Stelle. Doch die ursprünglich angedachte Bebauung des Tals in Richtung Wallbrunnstraße erscheint OB Lutz nicht sinnvoll. Das kollidiere mit den Interessen der Landwirtschaft, außerdem sei diese Lage nicht wirklich geeignet für Geschosswohnungsbau in großem Stil.

Auch die Nachverdichtung bleibt aktuell

Auf der Liste der Verwaltung stehen noch weitere Wohngebiete. Zunächst wird der Belist besiedelt, wo im kommenden Jahr die Bagger für den Bau der Straßen anrücken werden. Dieses Baugebiet ist trotz des großen Wohnraumbedarfs vergleichsweise luftig geplant. Bei aller Kritik an der Auslastung der Fläche, sei die Planung "trotzdem gut", meint der Oberbürgermeister. Denn mit diesem recht offenen, von vielen Reihenhäusern geprägten Charakter sei der Belist "interessant für Familien". Neben Belist mit 220 Wohnungen werden nach einer städtischen Liste bis 2019 noch das Schöpflin-Areal (70 Wohnungen), Tumringen-Nord (30 Wohnungen), Langackerweg (20 Wohnungen) und "Weberei Conrad" bei der Arbeitsagentur (100 Wohnungen) konkret. Das Projekt Salzert (350 Wohnungen) und die Erweiterung des Wohngebiets Bühl (300 Wohneinheiten) brauchen noch Zeit und sind für die Zeit nach 2019 geplant.

Innerhalb des Stadtgebiets entstehen nach einer städtischen Aufzählung derzeit oder in absehbarer Frist 240 Wohneinheiten von privaten Bauherren. Für später bestehen im Stadtgebiet noch Nachverdichtungspotenziale nördlich des Engelplatzes, auf dem Vogelbach-Areal und im Riesgässchen. Beim Geschäftshaus auf dem Postareal, wo in den oberen Stockwerken etwa 60 bis 70 gehobene Wohnungen entstehen, die von der Wohnbau als Generalmieterin übernommen werden, rechnet Lutz mit einem Baubeginn im Jahr 2018.

Autor: Willi Adam