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11. November 2009 17:10 Uhr

Schnäggeässe am Elften-Elften

HTG-Direktor ist neuer Protektor

Hubert Bernnat, Direktor des Hans-Thoma-Gymnasiums, ist Protektor der Lörracher Fasnacht 2010. Narrenzunft und Gilde präsentierten den Nachfolger vom Lörracher Migros-Chef Erich Fischer gestern beim "Schnäggeässe". Die neue Losung heißt "s’isch hald eso".

  1. Daniel Schwarcz (stellvertetender Obergildenmeister), der neue Protektor Hubert Bernnat, Oberzunftmeister Karl-Heinz Sterzel Foto: Trenz

  2. Ausschnitt aus der neuen Fasnachtsplakette: „s’Isch hald eso“ Foto: bz

  3. Plakettenschöpfer Frank Schmöhl Foto: Nikolaus trenz

  4. Bernhard Winterhalter, Kandern: Gastredner mit Esprit. Foto: Nikolaus trenz

Die Narren sind keineswegs resigniert, wie es das Motto 2010 nahe legen könnte, "s’isch hald eso". Die Schnecke bringt vielmehr dem frustrierten Fasnächtler die Trommelstöcke und muntert ihn auf: "Loss di net hänge, s’isch hald eso". So deutet der Gewinner des Motto-Wettbewerbs Frank Schmohl sein Motiv, das gestern am Schnäggeässe präsentiert wurde. Von Frustration oder Resignation sind die Lörracher Zunftmeister Lichtjahre entfernt. Das bewiesen sie gestern mit witzigen und pointenreichen Vorträgen zum Fasnachtsauftakt – sozusagen mitten aus dem Training, denn das Team mit den neun Bühnenakteuren und den Hintergrundarbeiter(inne)n steckt mitten in der Vorbereitung auf den Zunftabend. Premiere wird am 4. Februar in der Alten Halle in Haagen sein. Bis Fasnachtsamstag hebt sich dann sieben Mal der Vorhang fürs Narrentheater.

Zunftstift Lukas Grussenmeyer eröffnete den launigen Reden-Reigen im Lasser-Saal. Der Neue wird für die Technik am Zunftabend sorgen und gab einen gelungenen Einstand. Ralf Buser, sonst auch eher im Hintergrund aktiv, philosphierte wort-spielend mit wenn und wänn (falls und wollen) über das Verhältnis von Politikern und Wählern ("Wenn die wänn, was mir wänn..."). Axel Laeuger gab Einblick die Seelenlage einen werdenden Rentners; von Andreas Glattacker fühlte sich verstanden, wer bei der expandierenden Elektronik im Alltag leicht den Überblick verliert und man lernte, dass Windows ein Wort aus der Sioux-Sprache sei, der Bedeutung: "Weißer Mann starrt durch Glasscheibe auf Sanduhr". Stephan Vogt räsonnierte zur Losung über Berlusconi, die Biene-Maja-Koalition in Berlin oder das schwierige Verhältnis der Stadtoberhäupter von Lörrach und Weil – s’isch hald eso. Laut Hansi Gempp profitieren "die Zittige" von den Sitzungen des Oberzentrumsausschusses am meisten, "die hänn dann öbbis z’schriebe."

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Beifall-belohnte Wiesionen unter dem Motto "Der Fluss muss in die Stadt" entfaltete Axel Glattacker. Da floss die Wiese durch die Innenstadt unter der Seufzerbrücke vorm Finanzamt bis zur Stimmen-Seebühne am Marktplatz. Da mochte der ebenfalls aus Tüllingen kommenden neue Protektor visionär nicht nachstehen und versprach, sich stark zu machen für eine Straßenbahn von Hauingen nach Tüllingen (Motto: "höher gelegt ist besser als tiefer gelegt"). Für seine Kür sah er den plausibelsten Grund darin, dass die Zeit reif sei für einen Tüllinger als Protektor – als Versöhner zwischen den beiden Welten auf dem Berg und im Tal. Denn seine beiden anderen Eigenschaften, Lehrer und Sozialdemokrat, könnten die Narren nicht für ihn eingenommen haben, beide seien ja nicht gerade in großem Ansehen stehen Bevölkerungsgruppen. Das Protektorat übernimmt Bernnat von Erich Fischer am 6. Januar beim Neujahrsempfang der Narrengilde, wenn die alemannische Fasnacht wirklich beginnt.

Oberzunftmeister Karl-Heinz Sterzel hatte noch weitere Redner anzusagen, die das Publikum bestens unterhielten. Allen voran der Chanderner Vogt Bernhard Winterhalter, noch als brillanter Drochehüüler in bester Erinnerung. Jetzt begeisterte er mit Essgeschichten, die ihm sofort Aufnahme in der Mainzer "Ranze-Garde" sicherten, wie er mutmaßte. Felix Drechsler, der gern gehörte Basler Narren- und Lörrach-Freund, bewertete OB Heute-Bluhm regionales Slow food-Engagement als grenzüberschreitende Ranze-Pflege. Das Stichwort nahm Bürgermeisterin Marion Dammann auf. Zwar gehe in Lörrach vieles slow (langsam), sei aber top im Ergebnis. Immer schön slow, das passte ja auch zum Anlass dieses Tages: dem Schnäggeässe. Köche und Pointen-drechsler servierten Schmackhaftes.

Autor: Nikolaus Trenz