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13. Januar 2011
HTG will runden Tisch zu Stolpersteinen
Bernnat: "Miteinander reden".
LÖRRACH (ktz). Am Hans-Thoma-Gymnasium (HTG) will man die ablehnende Haltung im Rathaus und bei der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Lörrach nicht ohne Weiteres hinnehmen (BZ vom 12. Januar). Es gibt an der Schule ein starkes Interesse daran, auch in Lörrach Stolpersteine zu setzen zur Erinnerung an jüdische Mitbürger , die unter den Nationalsozialisten zu Tode gekommen sind. Dabei solle das ein Projekt von Schülern werden. HTG-Direktor Hubert Bernnat unterstützt dieses Anliegen seines Kollegen Thomas Esser. "Aber wir würden es begrüßen, wenn das im Einvernehmen mit der Israelitischen Kultusgemeinde möglich wäre", betont der Schulleiter im Gespräch mit der Badischen Zeitung. Darum werde zu einem runden Tisch einladen, um im direkten Gespräch die Argumente auszutauschen. Die Stadt, die jüdische Gemeinde und die Gemeinderatsfraktionen sollten dabei vertreten sein.
Am Hans-Thoma-Gymnasium wurde auch schon Vorarbeit geleistet, erzählt Geschichtslehrer Esser. Seine Schüler haben im Stadtarchiv und im Museum am Burghof das Leben ehemaliger Lörracher Juden recherchiert. Es gehe auch nicht darum, für jeden einen Stein zu setzten, meint Esser, aber ausgewählte Stolpersteine fände er gut. Das sieht er nicht in Konkurrenz zur Stele, die im Frühjahr zum Gedenken an die aus Lörrach 1940 ins Lager Gurs deportierten Juden aufgestellt werden wird. "Es geht um Erinnerungskultur", so Esser – gerade bei den Jugendlichen. Und die Stolpersteine böten einen Anstoß zum Nachdenken. Deshalb findet er, dass das ein Projekt der Schüler sein sollte, die sich auch mit Gunter Demnig in Verbindung setzen könnten. Der Kölner Künstler hat die Stolpersteine erfunden. Es gibt sie mittlerweile in mehr als 500 Städten und Gemeinden in Europa.
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Esser und Bernnat betonen den Respekt vor der Meinung der Israelitischen Kultusgemeinde, finden es aber wichtig, darüber zu reden. Dies auch deshalb, weil im Zuge der Initiative zur Gestaltung der Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Hauptfriedhof Schüler des HTG nach Gurs gefahren und tief beeindruckt zurückgekommen seien, so Bernnat.
Am 26. Januar, 14 Uhr, ist wieder ein Zeitzeuge in der HTG-Aula zu Gast. Paul Niedermann aus Karlsruhe war als Kind mit Familienmitgliedern nach Gurs gekommen und berichtet von seien Erfahrungen. Diese Veranstaltung der Stadt Lörrach ist für Schüler von HTG und Hebel-Gymnasium, Theodor-Heuss-Realschule und Freier Evangelischer Schule.
Autor: ktz
