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17. Mai 2017 17:20 Uhr

Redakteure gesucht

Kandidat-O-Mat: "Man muss kein Politik-Nerd sein"

Was und wen soll ich am 24. September wählen? Bei dieser Frage kann der Kandidat-O-mat helfen. Welche Thesen man mit Ja und Nein beantworten kann, entscheiden junge Leute – die wir suchen.

  1. Stimme ich der These zu oder lehne ich sie ab? So hilft der Kandidat-O-Mat bei der politischen Meinungsfindung. Foto: Trueffelpix (Fotolia.com)

  2. Thomas Waldvogel, Fachreferent der Landeszentrale für politische Bildung, Außenstelle Freiburg Foto: Gerd Juetten

  3. Macht mit! Foto: Plakat

Wer tritt überhaupt in meinem Wahlkreis an? Antworten darauf kann der Kandidat-O-Mat geben. Warum das neue Angebot den Wahl-O-Mat ergänzt, und wie junge Menschen mitarbeiten können, erklärt Mitentwickler Thomas Waldvogel.

BZ: Herr Waldvogel, es gibt den Wahl-O-Mat. Wozu brauchen wir dann noch den Kandidat-O-Mat?

Waldvogel: Es ist so, dass wir bei der Bundestagswahl eine Erst- und Zweitstimme vergeben können. In den vergangenen Jahren hat das sogenannte Splitting immer mehr zugenommen: Die Wähler geben ihre Erststimme dem Kandidaten einer anderen Partei als der sie ihre Zweitstimme gegeben haben. Der Wahl-O-Mat orientiert sich eher an der Zweitstimme. Deswegen gestalten wir mit dem Kandidat-O-Mat eine Möglichkeit, sich zu informieren, welchem Direktkandidaten ich meine Erststimme geben kann.

BZ: Wie unterscheiden sich die beiden Angebote noch?

Waldvogel: Beim Kandidat-O-Mat können sich die Nutzer je nach Wahlkreis orientieren. Die Thesen sind sowohl auf die jeweiligen Kandidaten bezogen als auch auf die speziellen Themen in der Region.

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BZ: Gibt es vergleichbare Angebote?

Waldvogel: Es gibt ein ähnliches Projekt von abgeordnetenwatch.de, das nennt sich Kandidatencheck. Dabei unterscheiden sich die Thesen aber nicht nach Wahlkreisen. Auch in der Schweiz gibt es Vordenker wie die Entwickler der Seite Smartvote, das ist allerdings ein kommerzielles Angebot: Die Parteien und Kandidaten bezahlen für die Teilnahme. Das ist dann wirklich eine Wahlempfehlung. Bei uns ist das anders. Der Kandidat-O-Mat ist ein überparteiliches Angebot zur Wahlinformation. Er soll durch den Vergleich der verschiedenen Kandidaten im Wahlkreis eine Hilfestellung sein und anhand regional relevanter Themen Orientierung geben.

BZ: Wie ist die Idee für den Kandidat-O-Mat entstanden?

"Ein Tool, das sich auf die Kandidaten bezieht" Thomas Waldvogel
Waldvogel: Der Wahl-O-Mat ist sehr bekannt. Wir wollten Wählern in Südbaden ergänzend ermöglichen, sich auch über ihre Wahlkreiskandidaten zu informieren und eine begründete Entscheidung für ihre Erststimme treffen zu können. Der Kandidat-O-Mat Kooperationsprojekt der Landeszentrale für politische Bildung mit der Badischen Zeitung und der Universität Freiburg. Mit den Digitalpatrioten aus Freiburg entwickeln wir ein Tool, das sich auf die Kandidaten bezieht. Es soll ein Pilotprojekt sein, das wir, wenn es gut angenommen wird, für Bürgermeisterwahlen einsetzen können. Auch der Einsatz bei Kommunalwahlen ist denkbar, etwa in ausgewählten Städten.

BZ: Sollen die Nutzer am Wahl-O-Mat und am Kandidat-O-Mat teilnehmen?

Waldvogel: Ja, es sind Komplementärangebote. Der Kandidat-O-Mat bezieht sich auf die Erststimme, also auf die Wahlkreiskandidaten. Der Wahl-O-Mat fokussiert auf die Zweitstimme und nimmt stärker die Parteien in den Blick.

BZ: Wer erstellt die Thesen für den Kandidat-O-Mat?

Waldvogel: Eine Jugendredaktion formuliert die Thesen und entscheidet, welche in den Kandidat-O-Mat kommen. Die Teilnehmer sollen zwischen 16 und 26 Jahren alt sein, damit auch Themen vorkommen, die junge Leute interessieren.

BZ: Was ist der Reiz für einen jungen Menschen, Jugendredakteur beim Kandidat-O-Mat zu sein?

Waldvogel: Man muss kein Politik-Nerd sein, um teilnehmen zu können. Man muss nur offen für politische Themen sein, Spaß an Teamarbeit und am Diskutieren haben. Und man kann ein neues Tool mitentwickeln.
Thomas Waldvogel

Der 31-Jährige arbeitet als Fachreferent der Landeszentrale für politische Bildung, Außenstelle Freiburg. Er ist für das Schulprogramm verantwortlich und entwickelt Projekte, die Jugendliche für politische Themen begeistern sollen.

Information und Termine

Der Redaktionsworkshop findet am 26. und 27. Juni in Lörrach statt, am 29. und 30. Juni in Freiburg (jeweils am ersten Tag von 9-18 Uhr, am zweiten von 9 bis 13 Uhr). Anmelden können sich junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren bis Ende Mai unter www.lpb-freiburg.de

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Autor: dso