11. November 2009
Gruppe Abraham
KOMMENTAR: Ein Modell für Frieden
Kein Friede unter den Nationen ohne Friede unter den Religionen. So proklamiert es das Projekt Weltethos des Tübinger Theologen Hans Küng. Der Satz ist inzwischen weitgehend anerkannt. Die Erkenntnis, dass diesem Frieden in konkreter Arbeit vor Ort auf die Beine geholfen werden muss, führte nach den Anschlägen vom 9. September 2001 zur Gründung der Gruppe Abraham in Lörrach. Es gibt sie nun seit acht Jahren. Das ist beachtlich. "Schön. So etwas gibt es nicht überall," kommentierte Charlotte Knobloch, die Zentralratspräsidentin der Juden, bei ihrem kürzlichen Besuch den Hinweis auf die Gruppe Abraham. Dass sie einen Weg gefunden hat, die bei den Gaza-Demonstrationen entstanden Unstimmigkeiten zwischen Juden und Muslimen zu überwinden, ist wichtig und nur zu begrüßen. Da ist es ein gutes Zeichen, dass alle drei Religionen in Lörrach jetzt wieder gemeinsam für den Frieden auf die Straße gehen und zum zweiten Mal die Friedensdekade mit einem Gebetsweg abschließen. Wie sich gezeigt hat, fällt aber der Friede nicht vom Himmel. Die Menschen müssen ihn wollen und dafür arbeiten, gerade vor Ort. Dafür steht die Gruppe Abraham. Für deren Stellenwert in Stadt und Region wäre es sicher hilfreich, die neuen Dekane würden in die Fußstapfen ihrer Vorgänger treten.
Autor: Nikolaus Trenz