Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

22. Mai 2012

Diskussion um Stolpersteine

KOMMENTAR: Eine gute Ergänzung

Das Maß an Betroffenheit, das allein schon bei einer Vorab-Präsentation von Robert Neisens Studie zur NS-Zeit in Lörrach entstand, zwingt dazu, einen sinnvollen Weg zur Verarbeitung dieser Materialfülle zu finden. Eine Ausstellung wird das Erscheinen des Buchs begleiten. Die Grünen haben nun zusätzlich die schon oft diskutierte Form der Stolpersteine wieder ins Gespräch gebracht. Mit dem, was von der Neisen-Studie zu erwarten ist, wird die Debatte um die Stolpersteine auf eine neue Grundlage gestellt. Bisher galt es, auf die Befindlichkeiten der Israelitischen Kultusgemeinde Rücksicht zu nehmen, die in Lörrach gegen Stolpersteine ist, weil man diese kleinen Mahnmale im Pflaster förmlich mit Füßen tritt. Doch die neue Studie befasst sich auch mit dem Schicksal anderer, nicht-jüdischer Nazi-Opfer. Ihr Leid ist somit ebenfalls historisch erfasst und verdient, im Stadtbild sichtbar gemacht zu werden. Die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig sind längst zu einem fest Teil der landesweiten Erinnerungskultur geworden. Es würde Lörrach gut anstehen, sich den bereits mehr als 500 Orten anzuschließen, die mit diesen kleinen Widerhaken im Stadtbild gute Erfahrungen gemacht haben. Das Schicksal der jüdischen Opfer wird mit der Stele in der Teichstraße wach gehalten, und vielleicht findet sich auch ein passender Ort, um die Fotos von der Deportation dauerhaft zu präsentieren. An andere Opfer (Denz, Richter) erinnern Straßennamen. Im Aichele-Park macht ein Gedenkstein die Gestapo-Zentrale kenntlich. Stolpersteine für die nicht-jüdischen Opfer wären eine gute Ergänzung.

Werbung

Autor: Willi Adam


0 Kommentare

Damit Sie Artikel auf badische-zeitung.de kommentieren können, müssen Sie sich bitte einmalig bei Meine BZ registrieren. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.



Weitere Artikel: Lörrach