Pfandbecher für Kaffee

Mehrweg statt Einweg

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 15. Februar 2017 um 14:11 Uhr

Lörrach

Soll es in Lörrach auch Pfandbecher für den Kaffee zum Mitnehmen geben? Geteilte Meinungen dazu gab es im Ausschuss für Umwelt, Technik, Bildung und Soziales (AUT).

Die Gemeinderatsfraktion der Grünen hält die Initiative der SPD zur Einführung eines umweltfreundlichen Kaffeebecher-Pfandsystems als Alternative zum Coffee-to-Go Becher für eine sehr gute Vorlage, um darüber eine öffentliche Diskussion zu entfachen, betont Stadträtin Leonie Wiesiollek in einer Stellungnahme der Grünen-Fraktion. Bei der Vorberatung über die von der SPD beantragten Einführung des Bechers im Ausschuss für Umwelt, Technik, Bildung und Soziales (AUT) gab es geteilte Meinungen.

Die Stadtverwaltung sprach sich aus finanziellen und personellen Gründen dagegen aus. Bürgermeister Michael Wilke versicherte aber, auf Betriebe, die Kaffee zum Mitnehmen anbieten, einzuwirken, dies mit einem Mehrwegpfandbecher zu tun. Solche Initiativen werde die Stadt unterstützen, die Idee sei gut. Die Stadtverwaltung teilte am Dienstag mit, mit dem Bund für Umweltschutz in Deutschland (BUND) ein mögliches Vorgehen für die Unterstützung und Sensibilisierung für den Gebrauch von Mehrwegbechern zu erarbeiten und zu prüfen, ob sie die begleitende Öffentlichkeitsarbeit logistisch und finanziell unterstützen kann.

Die Arbeitsgruppe Nachhaltiges Einkaufen habe 2016 eine Liste mit Ideen und möglichen Maßnahmen entwickelt. Die Gruppe bestehe aus Vereinen und Bürgerinitiativen, wie Klimafreunde, Genossenschaftsladen, BUND und Urban gardening. Sie schlägt auch eine Coffee-to-go-Kampagne zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit vor. Der BUND fragte die Stadtverwaltung, ob sie eine derartige Kampagne unterstützen würde.

Immense Menge an Abfall

Die Problematik der Mengen an produziertem Abfall ist immens, betont Stadträtin Leonie Wiesiollek in der Stellungnahme: In Deutschland würden laut der Deutschen Umwelthilfe 7,6 Millionen Einwegbecher pro Tag weggeworfen – das seien 320.000 Becher pro Stunde. Es sei daher sehr gut, wenn das Thema zum Stadtgespräch werde. Fraglich sei, ob die Stadtverwaltung die Einführung eines umweltfreundlichen Kaffeebechers initiieren muss: Wäre es nicht sinnvoller, wenn Cafés, die Coffee-to-go-Becher anbieten, sich zusammentun und aus eigener Initiative darauf verzichten und Alternativen anbieten würden?

BUND ergreift Initiative

Cafés könnten ein eigenes und gemeinsames Pfand-Becher-System einführen, schlugen die Grünen in der AUT-Sitzung vor. Die Kampagne der Arbeitsgruppe sieht laut Wiesiollek vor, Kunden, die einen Mehrwegbecher mitbringen, Kaffee verbilligt anzubieten. Sie ruft die Stadtverwaltung auf, bürgerschaftliches Engagement für diese Projektidee nach allen Kräften zu unterstützen. Pro Lörrach solle als Projektpartner gewonnen werden.

Die Grünen-Fraktion werde dem Antrag der SPD-Fraktion im Gemeinderat zustimmen. Die Idee der Genossen, den jetzigen Lörracher Mehrwegbecher der Stadt verstärkt zu bewerben, hält die Fraktion hingegen auch nicht für zielführend, da das Design schon etwas in die Jahre gekommen ist und vermutet werden kann, dass auch durch Verstärkung des Bekanntheitsgrades des vorhanden Lörrach-Bechers dieser nicht mehr genutzt wird.

Vorbild Plastiktüte

Als Beispiel führt Wiesiollek die Plastiktüte im Handel an: Diese wurden auch auf Initiative des Handels mit einer Gebühr belegt. Oder es werden vermehrt Alternativen zur Plastiktüte angeboten, wie Stofftragetaschen oder die Plastiktüte wird gar nicht mehr angeboten. Man könne nur hoffen, dass sich der Verbrauch der Plastiktüte dadurch deutlich reduziert hat. Die Grünen fragen sich, warum Vergleichbares nicht auch bei den Pappbechern funktionieren sollte.

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