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04. Dezember 2010

Probleme bereiten die Vorurteile in der Öffentlichkeit

Zehn Jahre schwul-lesbische Gruppe Rainbowstars in Lörrach / Jugendliche sind heute beim Coming-out oft jünger als früher.

  1. Sonja Summ Foto: M. David-Wenk

LÖRRACH (dw). Die Rainbow-Stars, die Schwulen und Lesben Gruppe in Lörrach, feiert morgen, Sonntag, 5. Dezember, ihren ersten runden Geburtstag. Mittlerweile haben sie zwei Christopher Street Days (CSD) in Lörrach organisiert, haben zweimal am Lörracher Fastnachtsumzug mitgemacht, und sind ein verlässlicher Partner für das Gesundheitsamt in Sachen Aufklärung .

Mit einer Anzeige vor zehn Jahren hatte es angefangen, ein homosexueller Junge hatte sie aufgegeben und er hatte Gleichgesinnte gesucht. Sonja Summ hatte die Anzeige gelesen und Kontakt aufgenommen, denn was für homosexuelle Jungs galt, galt für lesbische Mädchen ebenso. Zu den Vorurteilen in der Öffentlichkeit kommt die eigene Ungewissheit dazu, und so gründeten sich die Rainbowstars als Treffpunkt einmal in der Woche damals in der Alten Feuerwache. Ursprünglich waren die Rainbowstars eine Gruppe für Jugendliche, mittlerweile sind die Jugendlichen von einst erwachsen geworden, so hat man sich auch für Erwachsene geöffnet.

Hilfe fürs eigene Coming-out ist noch immer eines der Hauptanliegen des Vereins. An die Zeit von damals denkt Sonja Summ, die nach zehn Jahren nun den Vorstand verlassen hat, recht zwiespältig zurück. Einerseits war die Gruppe in ihrer Gründungszeit voller Elan, manchmal trafen sich bis zu 25 Menschen bei den Rainbowstars, sie waren eine Kontaktmöglichkeit um andere Gleichgesinnte kennenzulernen. Zur gleichen Zeit traf sich aber auch eine HipHop Gruppe in der Alten Feuerwache, die machte sich einen Sport daraus gegen die Schwulen und Lesben vorzugehen.

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Im Nellie Nashorn herrsche ein ganz anderer Geist, meint Sonja Summ, hier sei man offen für alles. Die Jugendlichen sind heute bei ihrem Coming-out oftmals jünger. Womit sich bei der gleichgeschlechtlichen Sexualität nur der allgemeine Trend widerspiegle, meint sie.

Doch noch immer sieht sie in den Vorurteilen der Öffentlichkeit die größten Probleme. Auch wenn vieles einfacher geworden sei, da sich selbst Politiker und Prominente zu ihrer Sexualität geoutet haben. Vor allem religiös motivierten Anfeindungen sehen sich Schwule und Lesben gegenüber. Sonja Summ erzählt von Emails und Leserbriefen, in denen gleichgeschlechtliche Liebe als widernatürlich und mit christlichem Glaube nicht vereinbar dargestellt werde.

Ist die Situation nach zwei CSDs und zwei Schwul-Lesbischen Märkten in Lörrach einfacher geworden? Dem sei nur zum Teil so. Eine schwul-lesbische Tradition soll es in Lörrach besser nicht geben, so der Eindruck der Rainbowstars. Auch die Bewegung selbst ist gespalten, schrille Paradiesvögel stehen den unauffälligen gegenüber, während die einen ihr Anderssein zelebrieren, wollen die anderen die Akzeptanz der Mitbürger.

Rainbowstars: Jubiläum, Sonntag, 5.Dezember, ab17.10 Uhr im Museum am Burghof

Autor: dw