Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

17. April 2010

Vereinszweck erfüllt – die Synagoge ist fertig

Synagogen-Förderkreis beschließt seine Auflösung.

  1. Synagoge Lörrach: Ein Gesamtkunstwerk. Foto: Nikolaus Trenz

  2. Hans-Werner Grotefendt: einziger Vorsitzender des Förderkreises Synagoge Lörrach Foto: Nikolaus Trenz

LÖRRACH. Der Vereinszweck ist erfüllt. Die neue Lörracher Synagoge wurde am 9. November 2008 eingeweiht, unterdessen ist das Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Lörrach auch eingerichtet. So beschloss die Mitgliederversammlung des Förderkreises Synagoge Lörrach e.V. am Donnerstagabend im Gemeinschaftsraum der Synagoge seine Auflösung – bei einer Gegenstimme.

Ziel des Vereins waren Bau und Ausstattung der Synagoge. Dafür wurde er am 25. April 2007 gegründet. Seither wurden knapp 110 000 Euro eingeworben. Das ist beachtlich, wie Vorstandsmitglied Wolfgang Fuhl (Vorsitzender des O berrates der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Baden) betonte. 41 Mitglieder waren daran mit ihrem Jahresbeitrag beteiligt und Spender. So konnte der Förderkreis "einen nicht unerheblichen Beitrag zur Ausstattung der Synagoge leisten", wie dessen Vorsitzender Hans-Werner Grotefendt in seiner Abschlussbilanz feststellte. In seinen Dank für das Engagement bezog er auch die weiteren Vorstandsmitglieder Mario Perinelli (stellvertretender Vorsitzender), Tatjana Bollinger (Schriftführerin) und Klaus Jost (Schatzmeister) ein.

Werbung


Letzterer, im Hauptberuf Sparkassenvorstand, legte den finanziellen Schlussbericht vor, demzufolge nach den letzten Überweisungen zur Finanzierung einer Küche in der Synagoge und weiterer Ausstattungsteile wie dem Chanukka-Leuchter, der im Dezember erstmals zum Einsatz kommen wird, noch 71 Euro auf dem Konto sind. Der Förderkreis Synagoge wird zum Monatsende aufgelöst, was dann noch auf dem Konto ist, wird der IKG Lörrach überwiesen.

Grotefendt freute sich nicht nur, dass der Vereinszweck sichtbar erfüllt ist, sondern auch darüber, dass die jüdische Gemeinde ihr Haus immer wieder öffnet und viele kommen. "Das ist ein gutes Omen für das Miteinander von Juden und Nichtjuden in unserer Gesellschaft. Wir vom Förderkreis sind glücklich, dass wir dazu beitragen konnten," sagte der Vorsitzende.

Das Engagement des Förderkreises, der Stadt und des Architekturbüros Wilhelm, Hovenbitzer und Partner würdigten auch die Gemeinde-Vorsitzende Hannah Scheinker und Wolfgang Fuhl. Da die Synagoge schuldenfrei sei, könne sie nach Inkrafttreten des neuen Staatsvertrages zwischen den jüdischen Religionsgemeinschaften und dem Land demnächst der IKG Lörrach übergeben werden. Die Architekten, so Fuhl, hätten aus der Synagoge ein "Gesamtkunstwerk" gemacht, da sie auch die Innenausstattung besorgen konnten.

Wie künftig die Beziehungen von Juden und Nichtjuden in Lörrach gepflegt werden, in welcher organisatorischen Form das geschieht, ist nun einer eigenständigen Diskussion überlassen, sagte Grotefendt.

Autor: Nikolaus Trenz