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06. März 2017 17:33 Uhr

Gefragte Gemeinschaftsschule

"Schülerzahl an der Neunlindenschule wird weiter steigen"

Das Schulwesen in der Winzergemeinde Ihringen erlebt zurzeit eine dynamische Entwicklung. Begonnen hat dies mit der Einführung der Gemeinschaftsschule (GMS) im Jahr 2014. Mit der Einweihung des Erweiterungsbaus der Schule findet sie Herbst ihren vorläufigen Abschluss. Über die Veränderungen an der Schule sprach BZ-Mitarbeiter Kai Kricheldorff mit dem Rektor Matthias Auer. Am Freitag, 10. März, lädt die Neunlindenschule interessierte Schüler und Eltern zum Informationstag ein.

  1. Rektor Matthias Auer ist stolz auf den Rechercheraum der Neunlindenschule. Mit Einführung der Gemeinschaftsschule erfolgte auch eine zunehmende der Digitalisierung des Unterrichts. Foto: Kai Kricheldorff

IHRINGEN. BZ: Die Schülerzahl und die Größe des Lehrerkollegiums haben sich innerhalb kurzer Zeit verdoppelt. Wie kommt das?

Auer: Die Entwicklung hin zur Gemeinschaftsschule ist bei uns in den letzten drei Jahren sehr intensiv und erfolgreich verlaufen. Die Jahrgangsstufen 5 bis 7 sind mittlerweile alle in der GMS angekommen. Zuzüglich der Schüler aus Ihringen sind viele Mädchen und Jungen aus Nachbargemeinden am Kaiserstuhl, aus Breisach und der March an unsere Schule gewechselt.

BZ: Wie viele Schüler werden derzeit unterrichtet?

Auer: Knapp 400. Dazu gehören auch die 46 Kinder in der Mambergschule in Wasenweiler, die Teil der Neunlindenschule geworden ist, und in der nach der Montessori-Pädagogik unterrichtet wird. Vor drei Jahren besuchten 200 Grund- und Werkrealschüler die Neunlindenschule. Augenblicklich sind wir räumlich sehr beengt. Mit Fertigstellung des Erweiterungsbaus zum Schuljahresbeginn im Herbst 2017 wird sich das ändern. Bis zum Jahr 2020 rechnen wir mit einer weiteren Zunahme der Schülerzahl auf etwa 500.

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BZ: Wie viele Lehrer unterrichten jetzt an der Neunlindenschule?

Auer: Wir sind jetzt ein Kollegium von 36 Lehrerinnen und Lehrern, vor 3 Jahren waren es erst 18.



BZ: War es schwer, neue Lehrkräfte zu gewinnen?

Auer: Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang es, alle ausgeschriebenen Stellen zu besetzen. Auch einige Lehrkräfte, die zuvor im gymnasialen Bereich tätig waren, sind an die Neunlindenschule gewechselt. Viele Lehrer sehen die GMS als interessanten Arbeitsplatz und als berufliche Chance. Als Schulstandort im ländlichen Raum, mit guter Wachstumsperspektive dürfte Ihringen zusätzliche Attraktivität ausstrahlen.



BZ: Welche Herausforderungen verbinden sich mit dem Wachstum und der veränderten Schulform?

Auer: Die Schule bekommt eine neue Unterrichts- und Organisationsstruktur. Das GMS-Konzept muss vertieft und verfeinert werden, die Umstellung auf den Ganztagsbetrieb ist zu bewältigen und neue Materialien müssen beschafft und die Arbeit mit ihnen im Unterricht etabliert werden. Vom Lehrerkollegium wird außerdem eine sehr hohe Fortbildungsbereitschaft verlangt. Das alles zusammengenommen bedeutet schon eine sehr außergewöhnliche Aufgabenstellung.

BZ: Die problemlos gemeistert wird?

Auer: Probleme gibt es immer, aber wir lösen sie konstruktiv. Lehrerschaft, Schulleitung, Elternvertretung, Förderverein und Gemeindeverwaltung wussten ja zuvor um die besonderen Herausforderungen, denen sie sich stellen mussten. Sie alle gehen diesen Veränderungsprozess mit großem Engagement an. Dank kooperativer Zusammenarbeit gelingt es, die anfallenden Aufgaben auch gut umzusetzen.



BZ: Stichwort Digitalisierung des Schulunterrichts – wie kommt sie in der Neunlindenschule voran?

Auer: Die Digitalisierung hat an unserer Schule ein hohes Niveau erreicht. Nach aufwendiger Verkabelung sind inzwischen alle Klassenräume mit PCs und Monitoren ausgestattet. Wir haben den Rechercheraum eingerichtet, der allen für die Internetrecherche zur Verfügung steht. Die Ausstattung mit elektronischen Schultafeln, sogenannten Smartboards, Tablets, Laptops und mobilen Beamern wird mit Fertigstellung der neuen Räume im Herbst komplettiert. Digitales Lernen wird dann in maximaler Flexibilität in allen Unterrichtsräumen und für alle Jahrgänge möglich sein. Dazu bieten wir in Jahrgangsstufe 5 Medienbildung als Kurs an. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei unter anderem Internetrecherche und das Anlegen von Dateien.

Matthias Auer (58) studierte Deutsch, Musik und katholische Religion für Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Nach Anfangsjahren in Stuttgart unterrichtet er seit 1991 an der Neunlindenschule. Seit 2007 ist der verheiratete Familienvater von 4 inzwischen erwachsenen Kindern Schulleiter in Ihringen und findet Ausgleich in der Musik und beim Chorsingen.

Autor: kff