Bad Peterstal

Goldgekrönter Gin kommt aus dem Schwarzwald

Susanne Wagner-Köppel

Von Susanne Wagner-Köppel

Fr, 17. November 2017 um 07:57 Uhr

Gastronomie

Drei Schwarzwälder auf Siegeszug um die Welt. So lässt sich das Märchen aus dem hinteren Renchtal umschreiben. Drei Freunde haben sich zusammengetan, um den besten Gin der Welt zu machen – gesagt, getan und gewonnen.

Bei Internationalen Wettbewerben in Las Vegas, San Francisco und in Asien haben sie abgeräumt. Gold und Doppel-Gold, die höchste Auszeichnung, die es gibt, gingen ins Renchtal. "Boar" heißt der Zaubertrank, ein Gin, veredelt durch Schwarzwälder Trüffel. "Geht runter wie Wasser", schmunzelt Hannes Schmidt. Torsten Boschert und Markus Kessler komplettieren das Erfinder-Trio. Die kleine Destille ist in Bad Peterstal beheimatet. Brennerwissen wird hier schon seit 1844 zelebriert. Großvater und Vater stehen auch heute Pate, wenn der Boar-Gin gebrannt wird. Ihr Fachwissen ist unverzichtbar, wenngleich Markus Kessler als Edelbrand-Sommeliers viel Fachwissen mitbringt.

Das Trio wollte etwas Besonderes schaffen. Es setzt voll auf Gin – mit besten Zutaten aus der Region und gutem Tiefenquellwasser aus dem hofeigenen Brunnen. Zu den besonderen regionalen Gewächsen zählt auch der Schwarzwald-Trüffel. Der mache den Gin "geschmeidig", nehme ihm Schärfe und Bitterstoffe, veredele ihn. Sie nennen es den "Boar-Effekt", der sich beim Genuss einstelle.

Weltweit einmalig, diese Methode. "Trüffel ist Luxus", sagt Hannes Schmidt, bekannt auch von "Piano Vocal". Der Rohstoff schlummert unter Trüffelbäumen, die es auf Plantagen im Schwarzwald gibt, zum Beispiel im Achertal. Das Trüffelsuchen ist eigentlich verboten – so steht es im Landschaftsschutzgesetz des Landes, ein Überbleibsel aus Hitler-Zeiten. Der hatte untersagt, Trüffel zu sammeln und damit zu handeln. Heute sei das Gesetz so weit gelockert, dass die Ernte im Plantagenanbau erlaubt ist. "Auf diese Plantagen werden wir eingeladen. Da kann man nicht so einfach hin marschieren. Es ist ein gut gehütetes Geheimnis, wo die Trüffel schlummern."

Bis der Stoff aus dem Schwarzwald seiner Vollendung entgegengehen konnte, haben die Jungs ein Jahr lang experimentiert. "Wir wollten das Beste", sagen sie unisono. Ist offenbar gelungen, wie die vielen Goldmedaillen beweisen. In San Francisco, bei der Spirits Competition, mussten sie gar gegen 2100 Gins aus aller Welt antreten – mit Erfolg. Es ist zudem gelungen, den bisherigen Spitzenreiter, den Monkey 47 beim Gobal-Spirits-Award in Las Vegas mit Doppelgold auf dem Siegertreppchen abzulösen. "Die Leute vom Dorf sind stolz auf uns", freut sich das Trio. Und woher kommt der Name und wie die Sau aufs Etikett? Nun, es ist der Schwarzwaldkeiler (Englisch: Boar) der, dem Instinkt folgend, immer auf der Suche nach den besonderen Schätzen der Natur ist.