Heißgetränk

Vier alkoholfreie Alternativen zu Glühwein, Grog und Punsch

Claudia Füssler

Von Claudia Füssler

So, 03. Dezember 2017 um 10:30 Uhr

Gastronomie

Der Sonntag Es ist knackig kalt draußen, und die Lust auf ein warmes Getränk zum Wärmen von Händen und Seele steigt. Wir stellen alkoholfreie Alternativen zu Grog, Punsch und Glühwein vor.

Ein warmes Getränk, haben US-amerikanische Wissenschaftler herausgefunden, macht uns warmherziger und großzügiger. Mit einer Tasse Tee in den Händen schätzen wir Fremde wohlwollender ein, als wenn ein Eiskaffee unsere Finger kühlt. Und die Behaglichkeit überträgt sich: Wir fühlen uns wohl und geborgen. Tatsächlich finden sich immer häufiger Heißgetränke in bundesdeutschen Tassen. Nach dem uneinholbaren Kaffee (162 Liter pro Kopf und Jahr) trinken wir im Durchschnitt inzwischen 28 Liter Tee im Jahr, das sind drei Liter mehr als noch vor zehn Jahren. Doch irgendwann wird auch die originellste Teemischung öde. Dabei mangelt es nicht an Alternativen für alkohol- und koffeinfreie Heißgetränke.

1. Fruchtsäfte

In den hippen Cafés der Großstädte finden sich im Winter heiße Fruchtsäfte auf der Karte. Ein Klassiker: Birnensaft mit Ingwer. Das lässt sich zu Hause einfach nachmachen. Säfte mit 100 Prozent Fruchtgehalt schmecken warm am besten. Um möglichst viele Vitamine und Mineralstoffe zu erhalten, den Saft nicht kochen, sondern langsam erhitzen.

Wer die intensive Schärfe von Ingwer mag, gibt ein paar geschälte Stückchen dazu und lässt sie beim Erwärmen mitziehen. Für eine mildere Ingwernote die Stückchen direkt ins Glas geben und mit dem Birnensaft aufgießen. Eine gewagte, aber sehr passende Ergänzung zur Birne sind Nelken, die man mitziehen lässt. Für Apfelsaft gibt es keinen besseren Sparringspartner als Zimt, und beim "Alkoholfreies-Glühweinimitat-Contest" erreicht der Kirschsaft Bestnoten, vor allem wenn er mit einer schamlosen Menge Glühweingewürz in den Topf kommt.

2. Chai

Der Begriff Chai wird in unseren Breiten inflationär für alles verwendet, was sich als Tee plus Gewürze versteht. Ursprünglich ist Chai die Abkürzung von Masala Chai, einem indischen Schwarztee mit Gewürzen und Milch. Davon existieren unzählige Versionen, da jede Familie ihr Geheimrezept hat. Häufig enthalten sind Zimt, Kardamom, Ingwer, Pfeffer, Muskatblüten, Sternanis und Gewürznelken, jeweils in Stücken.

Für einen Chai einfach die gewünschten Gewürze in einen Teefilter geben und in einem Topf mit Wasser etwa fünfzehn Minuten sanft (!) köcheln lassen. Dann den Schwarztee zugeben und ziehen lassen, Teeblätter und Gewürze entfernen und den Tee mit halb so viel bis genau so viel Kuhmilch oder einer pflanzlichen Alternative aufgießen. Für die schnelle Variante gibt es Chai als Pulver oder Sirup, doch diese sind meist stark gesüßt und haben mit dem Original wenig zu tun. Am nächsten kommen der indischen Variante noch Chais im Teebeutel, die sich nach gut zehn Minuten Ziehzeit und der Zugabe von Milch am besten entfalten.

3. Goldene Milch

Hier ist der Name Programm: Kuhmilch oder eine pflanzliche Alternative wie Soja-, Reis- oder Hafermilch wird erwärmt und mit Kurkuma, gemahlenem Ingwer und Zimt gewürzt, die Mengen gibt der individuelle Gaumen vor. Eine halbe Umdrehung schwarzen Pfeffer zugeben – der verstärkt die Wirkung des Kurkumas. Dann mit Honig oder Ahornsirup süßen. Für den goldgelben Schimmer des Getränks sorgt Kurkuma, dem die Wissenschaft eine antientzündliche Wirkung bescheinigt hat.

4. Heiße Schokolade

Vergessen wir kurz, dass es so etwas wie Kalorien gibt. Damit ist der Weg frei zur cremigsten aller heißen Schokoladen. Die reichhaltige und geschmackstragende Grundlage bildet hier Cashewmilch. Die macht man entweder selbst im Hochleistungsmixer: Dafür kommen etwa 150 Gramm Cashewkerne – Einweichen über Nacht sorgt für noch mehr Cremigkeit – auf 500 Milliliter Wasser. Wer wenig Zeit hat, bekommt sie im Tetrapak im Bio-Supermarkt oder im Reformhaus, muss aber geschmackliche Abstriche in Kauf nehmen. In die Cashewmilch ein bis zwei Teelöffel echtes Kakaopulver (oder fünf, ganz nach Schokolust) einrühren und mit Gewürzen abschmecken. Bewährte Kombinationen sind Kardamom und Zimt, mutigere Naturen greifen zu Ingwerpulver oder Chiliflakes, Liebhaber vielleicht auch zu einem Schuss Pfefferminzkonzentrat. Zum Schluss wird gesüßt: Zucker und Honig sind absolut okay, in völlig neue Sphären hebt jedoch ein Schuss Ahornsirup die heiße Cashewschokolade. Das Ganze funktioniert natürlich auch mit Soja-, Hafer-, Mandel- oder Kuhmilch. Aber an die Cashewvariante kommt keine von denen ran.