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02. August 2014

Hoffnung auf weitere Standorte für Flüchtlingsheime

Dekanin Bärbel Schäfer nimmt zur Asylproblematik in Lörrach Stellung / "Schutz der Flüchtlinge war immer ein hohes Gut" .

  1. Dekanin Bärbel Schäfer Foto: Gabriele Reinhardt

LÖRRACH (BZ). Über die Frage der Unterbringung von Flüchtlingen wird in Lörrach derzeit viel diskutiert – wie auch in zahlreichen anderen Städten. In einer Pressemitteilung nehmen nun das Diakonische Werk im Landkreis, der evangelische Kirchenbezirk Markgräflerland sowie dessen Beauftragter für Asylfragen, Pfarrer Jörg Hinderer aus Rheinfelden, zu diesem Thema Stellung. Neben Freude über die geplante Flüchtlingsunterkunft in der Gretherstraße kommt dabei auch der Wunsch zum Ausdruck, dass sich bald weitere Standorte in der Stadt und im Landkreis Lörrach finden lassen.

"Wir freuen uns, dass mit der Bereitstellung der Wohnungen in der Gretherstraße durch die städtische Wohnbau ein positives Signal gesetzt wird, welches hoffentlich die Ablehnung der Unterbringung von 200 Menschen, die eine sichere Unterkunft in Brombach zu finden hofften, überstrahlt", heißt es in der von Dekanin Bärbel Schäfer unterzeichneten Mitteilung. Man verstehe die Befürchtungen von Menschen, sich an eine große Anzahl neuer Nachbarn gewöhnen zu müssen. Die bundesweit gemachte Erfahrung zeige aber, dass die Stimmung in der Bevölkerung, wenn eine Asylbewerberunterkunft erst einmal mehrere Jahre bestanden hat, sich deutlich ins Positive wende.

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"Der Schutz der Flüchtlinge war immer ein hohes Gut in der Stadt Lörrach", schreiben die Verfasser der Stellungnahme und erinnern daran, dass die Aufnahme von Flüchtlingen bereits seit den 80er Jahren erfolgreich bewältigt worden sei. "Dabei durften wir erfahren, dass die Aufnahme nach einer Flucht und die Beherbergung von Menschen, die im Eindruck von Bürgerkrieg und politischer Verfolgung sich auf eine verzweifelte Reise begeben hatten, in Lörrach eine Selbstverständlichkeit ist." Die Größe und Lage der Unterkunft seien dabei nie das Problem gewesen. Viele Flüchtlinge hätten in Lörrach ihre Heimat gefunden, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und Innenpolitiker die beispielhaften Einrichtungen in der Stadt besucht.

"Wir wünschen uns sehr, dass sich weitere Standorte in der Stadt und im Landkreis Lörrach finden lassen, die eine baldige Besserung der menschenunwürdigen Situation in der überfüllten Gemeinschaftsunterkunft in Rheinfelden mit sich bringen", heißt es in der Stellungnahme weiter. "Wer kaum Berührungen mit Flüchtlingen hat, den verunsichert die Situation", wird Jörg Hinderer zitiert. "Wer aber den Flüchtlingen persönlich begegnet, für den bekommen sie ein Gesicht. Ihre Schicksale rühren an."

Autor: bz