Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
14. Oktober 2009
Die Sanierung ist deutlich teurer
Das Mahlberger Rathaus soll zwei Millionen Euro mehr kosten
MAHLBERG. Das Konzept für die Rathaussanierung wankt: Statt ursprünglich kalkulierter 2,6 Millionen Euro soll es die Stadt nun 4,6 Millionen Euro kosten, das alte Rathaus zu sanieren und die ehemalige Volksbank zum Verwaltungsgebäude auszubauen. "Mit diesen Zahlen können wir nicht ins Rennen gehen", stellte Bürgermeister Dietmar Benz am Montag im Gemeinderat klar.
Details der neuen Berechnung liegen noch nicht öffentlich vor. Dietmar Benz teilte lediglich unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes mit, dass die Berechnung für den Antrag auf Zuschüsse aus dem Landessanierungsprogramm erstellt worden ist und unterm Strich nun zwei Millionen Euro mehr stehen als bisher angenommen. Allerdings kann die Stadt nach Ansicht von Benz selbst mit einem Zuschuss keine 4,6 Millionen Euro teure Sanierung stemmen. Deshalb wolle er das Thema nochmals im Gemeinderat diskutieren lassen, sagte der Bürgermeister. Weil der Antrag, die Rathaussanierung in das Landessanierungsprogramm aufzunehmen, aber bis Ende Oktober abgegeben werden muss, wird die angekündigte Diskussion voraussichtlich zeitnah in einer außerplanmäßigen Gemeinderatssitzung stattfinden. Am Montag gab keiner der Stadträte eine Stellungnahme zu den neuen Zahlen ab.Werbung
Noch im Mai hatte der Lahrer Architekt Johannes Platt zwei Konzepte für die bereits seit Jahren geplante Sanierung nebst Kostenschätzung vorgelegt: Entweder das alte Rathaus für 2,6 Millionen Euro sanieren und dort das Dach- sowie das Kellergeschoss ausbauen, oder die so genannte Verbundlösung – für 2,35 Millionen das alte Rathaus nur sanieren und Keller und Dachboden nicht ausbauen. Dafür sollte jedoch das ehemalige Volksbank-Gebäude gekauft und das der Stadt gehörende Wächterhaus verkauft werden. Bei der Verbundlösung käme noch der Kaufpreis für das Volksbank-Gebäude hinzu. Langfristig jedenfalls, denn jüngst hat der Gemeinderat entschieden, das Haus erst einmal nur zu mieten.
Außerdem hatte Dietmar Benz schlechte Nachrichten bezüglich des maroden Dachs des alten Rathauses: Ende September hatte Architekt Platt dem Gemeinderat vorgerechnet, dass ein neuer Dachstuhl mit 507 750 Euro rund 70 000 Euro günstiger wäre als die Sanierung des alten. Inzwischen hat Benz aber ein Schreiben des Denkmalamtes vorliegen, in dem die Behörde deutlich macht, dass sie die teurere Sanierung vorziehe. Darüber steht Benz, der sich für einen neuen Dachstuhl ausgesprochen hatte, nach eigenen Angaben nun in Verhandlungen mit den Denkmalschützern.
Das mit einer statischen Prüfung des Dachs beauftragte Ingenieurbüro Geppert aus Lahr hat indes bei Benz auf die Dringlichkeit der Sanierung oder den Neubau hingewiesen: "Sollte sich der Neubau des Daches noch längere Zeit hinziehen, so ist es zwingend erforderlich temporäre Verstärkungsmaßnahmen der sechs Hauptdachtragwerke in die Wege zu leiten", heißt es in dem Schreiben.
Autor: Stefan Merkle
