Ein Platz für Josef Naudascher

Irene Bär

Von Irene Bär

Mi, 24. Mai 2017

Mahlberg

Der verdiente Mahlberger wird besonders gewürdigt.

MAHLBERG. Straßenschilder weisen seit Sonntag auf einen neuen Platz in Mahlberg hin. Die Wiese inmitten des Ensembles mit Tabakmuseum, Stall, Trockenschopf Fabrikantenvilla und Remise heißt nun Josef-Naudascher-Platz. Im Rahmen des Internationalen Museumstags wurde der Archäologe, Historiker, Ideengeber und Mitinitiator des Tabakmuseums gewürdigt.

Mit der Namensgebung war eine Spende der drei Kinder des 2014 verstorbenen Ehrenbürgers verbunden. Sie hatten 2500 Euro für eine Rundbank gestiftet, die um die neugepflanzte Trauerweide gesetzt wurde. Es sei im Sinne des Vaters gewesen, wie Ulrich Naudascher im Namen seiner Geschwister Carola und René sagte. Er habe sich einen Platz der Begegnung gewünscht, wofür die Bank als Beitrag gedacht sei.

Bürgermeister Dietmar Benz wies bei der Enthüllung der Schilder darauf hin, dass unter dem Namen Naudaschers viel mehr stehen könnte. Die Liste der Meriten, die der Bürgermeister zuvor in seiner Rede genannt hatte, war lang. In seinem Beruf hatte sich der gebürtige Mahlberger bei der Post zum Beamten hochgearbeitet. Sein Steckenpferd, dem er sich mit Leidenschaft und Hingabe widmete, waren Archäologie und Geschichte Mahlbergs mit Region. "Er war ein Glücksfall für die Stadt", sagte Dietmar Benz. Dass heute das Ensemble bis auf das ehemalige Betriebsleitermuseum wieder beisammen sei, hätte ihn sicherlich gefreut: "Das Tabakmuseum war ihm ein Herzensanliegen". Auch von Persönlichem war die Rede. So grub Josef Naudascher am 24. Dezember 1974 das Merowingergrab im Stiegele aus, während daheim die Familie wartete. "Beinahe wäre Heiligabend ins Wasser gefallen", sagte der Bürgermeister schmunzelnd.

Auch Museumsleiter Patrick Benz, der 2012 das Amt des Museumsleiters von Naudascher übernommen hatte, konnte eine Anekodote beisteuern. Gemeinsam mit Ehefrau Sabine hatte er das ehemalige Bürgerwehrhaus gekauft und umgebaut. "Passt bloss auf, wenn der Naudascher kommt!", hätten ihn Mahlberger gewarnt. Der würde ihnen genau auf die Finger schauen und melden, wenn etwas nicht denkmalgerecht erledigt würde. Man habe dann ab sofort auf der Baustelle jedes unbekannte Gesicht danach erkundet, ob dieses nun "der Herr Naudascher" ist. Er kam eines Tages tatsächlich vorbei, aus dem Treffen entstand ein guter persönlicher Kontakt. Über die Platzbenennung hat sich auch Patrick Benz sehr gefreut, weil damit "der herausragenden Arbeit, die er für Mahlberg und die Region geleistet hat, Rechnung getragen wird".