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07. Dezember 2017

Zweiter Entwurf für Kleb II

Gemeinderat Malterdingen stellt Bebauungsplan neu auf, 2018 wird er mit Inhalt gefüllt.

  1. Der zweite Entwurf orientiert sich bei der Dachform an der bestehenden Bebauung. Foto: Jonas Hirt

MALTERDINGEN. Für das Baugebiet Kleb II in Malterdingen liegt jetzt ein zweiter Entwurf vor. Christoph Schmidt von Schmidt Architekten aus Kenzingen stellte dem Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag zwei Ideen für die Bebauung vor. Im neuen Jahr wird der Gemeinderat eine Entscheidung fällen, wie die Häuser in Kleb II einmal aussehen werden.

Schmidt sagte, er wolle das Baugebiet zusammen mit den Einwohnern, Gemeinderäten und Bürgermeister entwickeln. "Das Ganze mündet heute nicht in einen konkreten Bebauungsvorschlag", sagte Schmidt. Als Orientierung zeigte der Architekt ein Projekt aus Kenzingen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit seien dort mehr Wohnungen entstanden, als es der Bebauungsplan ursprünglich für die zwei Häuser vorgesehen hatte, so Schmidt. Die Dachform ist ein Doppelsattel. Das sei das Ergebnis aus Verhandlungen mit der Gemeinde gewesen. "Wir wollten immer ein Satteldach bauen", sagte Schmidt.

Das Büro lehne Flachdächer aber nicht grundsätzlich ab: "Wir sind keine Ideologen." Der Ende November vorgestellte Entwurf sieht für Kleb II Flachdächer und drei Vollgeschosse vor. Schmidts Entwürfe sehen Satteldächer für Kleb II vor. Er sehe das Baugebiet im Kontext der traditionellen Bebauung des Orts und der modernen, vertreten durch den Edeka-Markt. Ein Entwurf sieht nördlich des Wassergrabens drei Gebäude mit jeweils drei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss vor. 35 bis 45 Wohnungen könnten entstehen. Schmidt präsentierte einen weiteren Entwurf. Dieser sieht zwei Gebäude vor. 35 bis 45 Wohnungen könnten entstehen, darunter eine Tiefgarage. Diese lohne sich nur bei einer verdichteten Bauweise. Wie in Kenzingen sei der Gedanke, Menschen unterschiedlichen Alters zusammenzubringen. Das Gemeindewohnhaus südlich des Wassergrabens könne als zusammenhängendes oder unabhängiges Projekt entstehen.

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Simon Hirzel (FWG) wollte wissen, wie hoch die Häuser sein werden. Der Architekt antwortete, dass die Traufhöhe zwischen 9,50 Metern und zehn Metern liege. Die Firsthöhe sei davon abhängig, ob die Tiefgarage aus dem Erdreich rage und ob mit einem einfachen oder doppelten Satteldach gebaut werde. Bernd Hildwein (FWG) fragte, wie viele Einwohner mehr die Gemeinde hätte. Schmidt gab an, es seien zwischen 80 und 90, ohne das Gemeindehaus. Bürgermeister Hartwig Bußhardt erklärte, dass es darum gehe, ein zweites Konzept für die Bebauung vorzustellen. 2018 werde sich der Gemeinderat damit befassen, was inhaltlich möglich ist.

In der Sitzung stoppte der Gemeinderat das eingeleitete Bebauungsplanverfahren für Kleb II. Der neu Aufgestellte wird in einem sogenannten "beschleunigten Verfahren" vorangetrieben. Hintergrund ist eine Ende Mai erfolgte Änderung im Baugesetzbuch: Im Außenbereich kann ein Wohngebiet im beschleunigten Verfahren geplant werden, ohne einen Flächennutzungsplan zu ändern. Die Verfahrensdauer verkürzt sich, weil keine Umweltverträglichkeitsprüfung, kein Umweltbericht und keine Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind, geht aus der Beratungsvorlage hervor.

Bußhardt verwies auf den Hochwasserschutz. Teile von Kleb I und II seien bei "HQ-100-Hochwasser" betroffen. Das heißt, die Flächen werden rein rechnerisch alle 100 Jahre überflutet. Dort sind Baugebiete nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich. Wie bei Kleb I müsse ein Antrag gestellt werden. Bußhardt gab an, dass bei der Planung von Kleb I der zweite Abschnitt beim Hochwasserschutz berücksichtigt gewesen sei. "Das ist eine formale Angelegenheit", so Bußhardt.

Autor: Jonas Hirt