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05. April 2017

Disch soll Kindergartenanbau planen

Marchs Gemeinderat entscheidet sich für Planungsauftrag an Freiburger Architekten / Bis September soll Anbau für Kleinkinder stehen.

  1. Der Kindergarten in Marchs kleinstem Ortsteil Neuershausen soll um zwei Kleinkindgruppen erweitert werden. Foto: horst david

MARCH. Der Freiburger Architekt Rolf Disch soll die Erweiterung des Kindergartens Neuershausen planen. Diesen Beschluss fasste der Gemeinderat am Montagabend nach längerer Beratung. Hier hatte Disch seinen Entwurf vorgestellt. Auf Vorschlag aus dem Gemeinderat stellte auch der Marcher Architekt und Gemeinderat Andreas Steiert einen Entwurf vor. Darüber wurde geheim abgestimmt. Zehn Stimmen sprachen sich für eine Beauftragung Dischs aus, acht für Steiert.

Rolf Dischs Entwurf
Es war ein Vorschlag der Grünen gewesen, von dem für Solararchitektur bekannten Freiburger Architekten Rolf Disch eine Planungsstudie anzufordern. Disch hatte auch einst den vor rund 40 Jahren erbauten Kindergarten geplant. Disch plant jetzt einen einstöckigen Anbau mit über 250 Quadratmetern Gesamtfläche. Der Bau soll in Holzständerbauweise auf einer betonierten Bodenplatte errichtet werden und umfasst zwei Gruppenräume und Schlafräume für zwei Kleinkindgruppen, dazu einen Wickelraum, eine Küche, ein Foyer, Sanitärräume und weitere Funktionsräume. Neben bis zum Boden reichenden Außenfenstern der Gruppenräume soll auch eine Lichtkuppel über dem Foyer für viel natürlichen Lichteinfall in den Flachdachbau sorgen. Dischs Kostenschätzung beläuft sich auf 893 700 Euro. Da das Gebäude einen hohen Energieeinsparstandard erreichen soll, könne man Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) von 150 000 Euro beantragen, sagte Disch.

Enger Zeitplan

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Dischs Planungsstudie war zwei Wochen zuvor per Mehrheitsbeschluss der Räte in Auftrag gegeben worden, mit der Maßgabe, eine Planung vorzulegen, die eine Fertigstellung des Anbaus bis Anfang September anstreben solle. Das sei möglich, sagte Disch, wenn die erforderlichen Genehmigungsverfahren schnell abgewickelt würden, was man ihm bei der Baurechtsbehörde im Landratsamt zugesichert habe. Weiter sollen verschiedene Planungsabläufe parallel laufen und zeitlich eng aufeinander abgestimmt werden. Die rasche Ausschreibung und die auf Ende Mai angesetzte Auftragsvergabe hält Disch ebenfalls für möglich, der davon ausgeht, dass viele Firmen Interesse haben. Da ein Großteil der Bauelemente vorgefertigt werde, sei auch die knappe Bauzeit zu stemmen, so Disch. Mitte Juli könnte man einen Kran aufstellen, für den 23. August sei der Dachaufbau geplant. In den letzten zwei Wochen würden Innenarbeiten mehrerer Gewerke folgen, so dass der Bau zum Beginn der Kindergartenjahres am 4. September fertig sein könne, oder jedenfalls wo so weit gediehen, dass die Räume schon weitgehend nutzbar seien.

Kritische Fragen
Barbara Laube-Steinhauser (UBM) zweifelte, ob das wirklich alles gutgehe, wenn so viele Leute gleichzeitig auf einer kleinen Baustelle arbeiten müssten. Auch Bernhard Fischer sah in der engen, von Disch als "sportlich" bewerteten Zeitplanung eine "Gretchenfrage". Bürgermeister Helmut Mursa erklärte, im September gebe es noch nicht die volle Auslastung im Kindergarten, so dass man bei der Betreuung auch noch räumliche Ausweichmöglichkeiten habe, wenn nicht alles Anfang des Monats fertig werde.



Steierts Entwurf
Andreas Steiert (UBM), der als Gemeinderat wegen Befangenheit im Zuhörerraum Platz genommen hatte, wurde nach einer beantragten Pause als sachkundiger Bürger geladen, um seinen Entwurf vorzustellen. Steiert hatte schon im Winter ehrenamtlich einen Entwurf ausgearbeitet, diesen nach den letzten Sitzungen aktualisiert und sich auch formell damit bei der Gemeinde beworben. Mit 227 Quadratmetern fiel seine Planung etwas kleiner aus als die von Disch. Seine Planung wäre aber auch problemlos größer anzulegen, sagte Steiert; die Kosten veranschlagte er auf 726 400 Euro. Er rechne aber mit einer längeren Bauzeit, da er, auch im Blick auf zeitliche Unwägbarkeiten im Genehmigungsverfahren, auf der sicheren Seite sein wolle, so Steiert. Auch seine Planung gehe von dem hohen KfW 40-Energiestandard aus. Steiert hatte bereits die Sanierung des bestehenden Kindergartens in den Jahren 2013/14 geplant.


Die Abstimmung
Eigentlich sah die Tagesordnung vor, dass über eine Beauftragung Dischs abgestimmt werde, oder darüber, auch Entwürfe anderer Architekten anzufordern. Das hätte dann wegen der immer knapper werdenden Zeit bedeutet, befristet Container aufstellen zu müssen, um die Kinderbetreuung sicherzustellen. Für die SPD erneuerte Claudia Probst den Standpunkt, dass Neuershausen der falsche Standort sei und man ohnehin Container benötige, wenn der Kindergarten Buchheim saniert werde. Mursa setzte eine Abstimmung zwischen Dischs und Steierts Entwurf an, die auf Antrag schriftlich und geheim erfolgte. Zehn Stimmen gab es für Disch, acht für Steiert. Am Ende der Sitzung gab es noch eine Debatte über die Sitzungsführung (wir berichten noch).

Autor: Manfred Frietsch