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02. Juli 2015

Seit dem Kindergarten von der Gitarre fasziniert

Fabian Müller-Trefzer aus Hugstetten hat sich beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert einen zweiten Platz erspielt.

  1. Fabian Müller-Trefzer war mit seiner Gitarre bei Jugend musiziert erfolgreich. Foto: Sophia Hesser

MARCH-HUGSTETTEN. Kritik nimmt Fabian Müller-Trefzer nicht von jedem an. Auch nicht bei solch einem großen Wettbewerb wie Jugend musiziert. "Man muss herausfiltern, was man aus dem Kritikgespräch nach dem Vorspielen mit nach Hause nimmt", sagt er. Der 17-Jährige trat kürzlich beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert in Hamburg an. Mit seiner Gitarre im Gepäck und der Familie im Auto ging es für einige Tage in die Hafenstadt. Dass sein Spiel nicht jedem Juror gefiel, ist für Fabian in Ordnung. "Ich weiß, was ich kann, und dass vielen gefällt, wie ich spiele", sagt er selbstbewusst.

Er hat beim Bundeswettbewerb den zweiten Platz belegt, doch der ist für ihn gar nicht so wichtig. Er legt mehr Wert darauf, dass seine langjährige Lehrerin Beata Huang zufrieden ist. Oder auf die Kritik namhafter Gitarristen, die er in seinem Vorstudium trifft. Bis zum Ende seiner Schulzeit ist Fabian Vorstudent an der Musikhochschule in Freiburg. In der zehnten Klasse nahm er an einer Aufnahmeprüfung teil, darf seither am Theorie-, Gehörbildungs-, Rhythmik- und Gesangsunterricht teilnehmen. Er lernt außerdem im Hauptfach Gitarre und im Nebenfach Klavier.

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Eine gute Grundlage also für eine erfolgreiche Teilnahme bei Wettbewerben. Doch: "Man hat es nicht in der Hand." Für Fabian ist klar: "Es hängt immer auch viel davon ab, ob man einen guten Tag hat, wie die Jury drauf ist und welchen Geschmack die Juroren haben. Sie ist eben doch eine subjektive Sache, die Musik."

Spät dran mit dem Üben

Mit seiner Lehrerin hat er lange an den drei Prüfungsstücken für Jugend musiziert gefeilt. Vor dem Regionalwettbewerb im Januar stand eine Power-Probenwoche an. "Wir waren spät dran mit dem Üben", erzählt Fabian heute schmunzelnd. Doch dank vieler Zusatzproben saßen die Stücke bald. So schnitt Fabian auch beim Landeswettbewerb gut ab. Und bekam letztlich beim Bundeswettbewerb 22 von 25 Punkten. Es war nicht das erste Mal bei Jugend musiziert dabei. Schon drei Mal trat er an. "Doch ich war nie so gut, wie ich jetzt war."

Begonnen hat für Fabian alles im Kindergarten: "Die Erzieherinnen spielen ja häufig Gitarre, das hat mich immer fasziniert." Gute motivierende Lehrer und die Liebe zur Musik taten ihr Übriges. "Ich mag die klassische Musik, sie hat so viel Inhalt", erzählt Fabian. Deshalb brauche es einige Zeit, bis sich ihm Stücke ganz erschließen. "Man muss die Musik verstehen, um dann bestimmte Phrasierungen heraus zu arbeiten." Um so intensiv zu proben, braucht es Zeit. "Das ist mein größtes Problem." Fabian geht in die elfte Klasse, im nächsten Frühjahr steht das Abitur an. Deshalb war der vergangene Wettbewerb wohl das letzte Mal Jugend musiziert für ihn. Und dann? Fabian will vielleicht Biologie studieren, Tiere faszinieren ihn. Ein Musikstudium kommt für ihn nicht in Frage – "dafür bin ich, glaube ich, zu faul, und es ist sehr schwer, im Beruf Fuß zu fassen".

Dennoch genießt er es, in seinem Vorstudium an der Hochschule mit Studenten und Dozenten zusammen zu sein. "Man lernt viel von den anderen und von deren Meinung", erzählt Fabian. Mehrere Stunden übt er in der Woche, fährt regelmäßig zum Unterricht nach Freiburg und diskutiert auch mal mit seiner Lehrerin über die Musik. Denn auch mit ihr ist er nicht immer einer Meinung. Musik ist eben doch sehr subjektiv.

Autor: Sophia Hesser