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28. Juni 2009 15:03 Uhr

"Deutschland vor der Wahl"

Wolfgang Schäuble zu Gast in March

Auftakt des Bundestagswahlkampfs im Breisgau: Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach in March über "Deutschland vor der Wahl" und ging auf alle Fragen der Zuhörer ein.

  1. Foto: Barbara Schmidt

  2. Foto: Barbara Schmidt

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  4. Foto: Barbara Schmidt

  5. Foto: Barbara Schmidt

MARCH. Drei Wochen liegen die Kommunal- und Europawahlen zurück, da beginnt bereits der nächste Wahlkampf. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sprach am Freitag in der Buchheimer Festhalle. Die CDU-Ortsverbände March, Bötzingen, Eichstetten, Gottenheim und Umkirch hatten zusammen mit dem Bundestagskandidaten Daniel Sander zu der Veranstaltung eingeladen.

Polizisten sicherten die Halle, auch die Marcher Feuerwehr war in die Sicherheitsvorkehrungen eingebunden. Mitarbeiter des Bundeskriminalamts hatten die Feuerwehrleute eingewiesen. Alle trugen einen Kopfhörer im Ohr und begrüßten jeden Besucher am Eingang. Regenschirme, Jacken und auch viele Taschen mussten draußen bleiben. Zuvor hatte eine Hundestaffel die Halle bereits nach Sprengstoff durchsucht. Bis zuletzt wurde geheim gehalten, durch welche Tür der Minister in die die Halle kommen würde.

Schäuble kam schließlich, begleitet von Leibwächtern, durch den Seiteneingang in der Konrad-von-Stürtzel-Straße. Ein Bläserensemble um Thomas Roth stimmte das Badner Lied an. Bei ihm Zuhause in der Ortenau singe man das aber kräftiger, die Marcher müssten noch üben, sollte Schäuble später mit einem Augenzwinkern sagen. Nach der Begrüßung durch den Marcher CDU-Vorsitzenden Hans-Rainer Kikisch stellte Bürgermeister Josef Hügele die Gemeinde vor. Hügele sprach auch den Ausbau der Rheintalbahn an und bat Schäuble, dazu beizutragen, dass der Bahngipfel zustande kommt. Schäuble gab sich "zuversichtlich, dass wir eine erträgliche Lösung finden". Hügeles Bitte, sich in das Goldene Buch der Gemeinde einzutragen, erfüllte der Minister prompt. Unterdessen sprach Sander zu den rund 190 Gästen in der Halle. Der Zeitplan war eng. Zwei Stunden hatte Schäuble für die March eingeplant. Auf der Herfahrt sei er an der Kirche in der Elsässer Straße vorbeigekommen, in der er vor 40 Jahren geheiratet habe, begann Schäuble seinen Vortrag. Der gebürtige Freiburger, der seit 1972 für die Ortenau im Bundestag sitzt und auch dem CDU-Präsidium angehört, sprach ohne Manuskript. Das Thema "Deutschland vor der Wahl" ließ ihm viel Spielraum. Er streifte fast jedes politische Sachgebiet und warb dabei für den Kurs der Union. Als er von einer Aufstockung der Haushaltsmittel für Bildung und Forschung berichtete, rief ein Zuhörer dazwischen: "Was ist mit den Studiengebühren?" Schäuble konterte: Wer das Privileg habe, auf eine staatliche Hochschule zu gehen, sollte auch etwas dazu beitragen.

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Der Politprofi stellte sich den Fragen der Zuhörer. Jörg Kandzia aus Umkirch wollte wissen, warum in Berlin trotz des Schuldenbergs über Steuersenkungen nachgedacht werde. Entlastungen seien erst möglich, "wenn’s wirtschaftlich wieder bergauf geht", räumte Schäuble ein. Ein bekennender CDU-Wähler sorgte sich, ob Schäuble mit den Grünen liebäugele. Ein anderer, ob er EU-Kommissar werden wolle. Das sei frei erfunden, versicherte der Minister.

Adelbert Ringwald, Kreisvorstand der Linkspartei aus Elzach, fragte nach den Plänen für die Mehrwertsteuer. Professor Karl Rawer aus Hugstetten kritisierte: "Warum verschenkt die Bundesregierung gutes Steuergeld an marode Firmen?" Schäuble beantwortete jede Frage, polterte aber los, wenn er dabei unterbrochen wurde. Ein Fragesteller verließ daraufhin aufgebracht die Halle. Zum Schluss sang man die Nationalhymne, dann fuhr Schäuble weiter nach Offenburg. Im Kofferraum hatte er Wein von Tuniberg.

Autor: Barbara Schmidt