Maulburger Dorfstübli

Annemarie Weber wird in den Ruhestand verabschiedet

Heiner Fabry

Von Heiner Fabry

Mo, 21. Mai 2018 um 17:41 Uhr

Maulburg

Sie hat mehr als 30 Jahre das Maulburger Dorfstübli geleitet, geprägt und erfolgreich weiterentwickelt. Nun wurde Annemarie Weber im feierlichen Rahmen mit viel Lob und Dank verabschiedet.

Das Dorfstübli Maulburg ist als Jugendtreff, als Veranstalter von Projekten der Jugend- und Familienbetreuung sowie von Ausstellungen und Konzerten aus dem kulturellen Leben von Maulburg nicht mehr wegzudenken. Mehr als 30 Jahre hat Annemarie Weber diese Einrichtung geleitet. Nun wurde sie im Kreise von Kommunalpolitikern und Weggefährten in den Ruhestand verabschiedet. Musikalisch gestaltet wurde der Anlass von Mario Enderle und Anna Schneider.

Bürgermeister Jürgen Multner sagte in seiner Abschiedsrede, zu dieser Veranstaltung hätte er gerne erst in ein paar Jahren eingeladen. "Es ist nicht ganz falsch zu sagen, das Dorfstübli ist, was es ist, durch Annemarie Weber und umgekehrt hat auch das Dorfstübli ein Stück weit den Menschen Annemarie Weber geprägt", betonte der Bürgermeister. Das Dorfstübli als integratives Haus der tausend Möglichkeiten sei 1982 aus der Not geboren worden. Der Raum neben der Kirche fehlte und der SAK-Spielbus sagte damals für den Sommer das Kinderferienprogramm ab. Daraufhin formierte sich eine zwölfköpfige Gruppe junger Leute und stellte ein eigenes Ferienprogramm mit 15 Veranstaltungen zusammen. "Dies war sozusagen Initialzündung und Keimzelle aller folgenden Aktivitäten und Aktionen", so Multner, der lobend daran erinnerte, dass ein Teil dieser Menschen dem Dorf über Jahrzehnte weiter als Ehrenamtliche in Vereinen und im Gemeinderat erhalten blieb.Die Grundidee war, einen Treffpunkt, insbesondere für Jugendliche ab 14 Jahren, mitten im Dorf zu schaffen. Angesichts des Engagements der jungen Leute und des schlüssigen Konzepts, das auf Ideen der Kaltenbach-Stiftung zurückging, beschloss der Gemeinderat 1983, das Dorfstübli der Initiativgruppe zu überlassen. Im Jahr 1989 dann wurde das Dorfstübli vom Land Baden-Württemberg mit einem Preis ausgezeichnet.

1993 wurde Annemarie Weber hauptberuflich in die Leitung des Dorfstübli berufen. "Als Rüst- und Handwerkszeug hast du deine Ausbildung als Erzieherin, deine Lebenserfahrung als Mutter und viel Eigeninitiative, Engagement und Begeisterungsfähigkeit mitgebracht", würdigte der Bürgermeister. Weber habe den Herausforderungen und permanenten Veränderungen immer Rechnung getragen. So hat sie sich zur Familien- und Erziehungshelferin und zur Kunsttherapeutin weitergebildet und sich – neben der Arbeit im Dorfstübli – beim Familienzentrum Rheinfelden und im Kreiskrankenhaus Lörrach engagiert. Jahrzehntelang hat sie das Sommerferienprogramm organisiert, die Partner hierfür mobilisiert und sich selbst mit eingebracht. Der Gemeinderat habe schnell erkannt, dass Annemarie Weber sehr gute Arbeit leiste und ihr ein hohes Maß an Eigenverantwortung zugestanden. "Du hast die an dich gestellten Anforderungen bravourös gemeistert und hast dem Dorfstübli über drei Jahrzehnte ein Gesicht gegeben", sagte Multner. "Seriös, kompetent und verbindlich hast du das Dorfstübli nach außen vertreten."

"Annemarie Weber ist eine starke Frau, die hier eine Wiege der

sozialen Gruppenarbeit geschaffen hat."

Elke Zimmermann-Fiscella
Jürgen Multner bedankte sich persönlich und im Namen von Gemeinderat und Verwaltung sowie aller Kooperationspartner und Vereine. Für den AWO-Kreisverband Lörrach, der anfänglich die Finanzierung des Dorfstübli getragen hatte, bedankte sich Ina Pietschmann für die wertvolle Arbeit von Weber. Den Dank des Landkreises überbrachte Sozialdezernentin Elke Zimmermann-Fiscella. Sie würdigte Weber für ihre hohe Professionalität. "Annemarie Weber ist eine starke Frau, die hier eine Wiege der sozialen Gruppenarbeit geschaffen hat", sagte die Dezernentin. Sie erinnerte auch daran, dass Weber für zwei Wahlperioden auch Kreisrätin war. Hermann Merath und Petra Scherle stimmten ein Abschiedsständchen auf Annemarie Weber an, in das alle Anwesenden freudig einstimmten. Tonio Paßlik, seit 32 Jahren Kulturamtsleiter der Stadt Weil am Rhein, rückte das Wirken von Weber in den sozio-kulturellen Kontext der Region. Als besonders erfreulich würdigte er, dass die Kinder von damals heute als Mütter wieder eine Krabbelgruppe im Dorfstübli gründen werden. Das zeuge von der nachhaltigen Wirkung, die Webers Arbeit hinterlassen habe.

Bevor am Abend die große Abschiedsparty im Dorfstübli stieg, begrüßte Jürgen Multner mit Tobias Hohenstatter von der Kaltenbach-Stiftung den Nachfolger von Annemarie Weber als Leiter des Dorfstübli und wünschte ihm viel Erfolg und Freude mit der neuen Aufgabe.