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13. Oktober 2017

In Geschichte eingetaucht

Bürgervereinigung Maulburg erkundete das Dorf und seine Vergangenheit auf Schusters Rappen.

  1. Im Dorf unterwegs: Beim Sonnenhof Krumm bestaunten die BVM-Wanderer die dort grasenden Esel und Alpakas. Foto: BZ

MAULBURG (BZ). Das eigene Dorf und seine Geschichte einmal gründlich kennenzulernen stand kürzlich im Mittelpunkt einer von der Bürgervereinigung Maulburg (BVM) organisierten Wanderung durch Maulburg. Start war bei beim Dorfstübli.

Pünktlich um 11 Uhr konnte BVM-Vorstand Sven Klapproth beim Dorfstübli eine fröhliche Schar interessierter Dorfwanderer bei herrlichem Wetter begrüßen. Organisator Gerhard Speck erläuterte die Wanderroute und übergab Horst Leber das Wort, der mittels alter Bilder Interessantes zur Historie Maulburgs erzählte.

Das Dorfstübli, seit 34 Jahren "D’ Stube vo Mulburg", war davor 75 Jahre Kindergarten. Der Schopfheimer Architekt Wenner hat das Jugendstilgebäude ebenso wie das heutige Rathaus gestaltet. Die Neue Straße und die angebauten Häuser entstanden erst ab 1895.

Über die Straße "Am Platz" ging es in die Märzengärten. Diese heutige geografische Ortsmitte mit dem Gewannnamen "Taubenmatt" wurde nie bebaut, da früher nach der Schneeschmelze und bei starkem Regen große Teile unter Wasser standen. Im Jahr 1981 entstand hier durch Aktivität von zehn jungen Bürgern der beliebte Kinderspielplatz. Ende der 1950er-Jahre gab es Pläne, hier die Schule zu errichten, die Gemeinde kaufte damals 7000 Quadratmeter Land. Die Pläne wurden später aufgegeben.

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Eine historische Straße ist die Straße "Am Platz". Bis 1920 stand hier noch Maulburgs letztes strohgedecktes Haus (Nr. 6) Das älteste noch bestehende Haus Nr. 10 wurde 1727 erbaut. Mit der "Kupfergasse" bildete diese Straße einst Maulburgs Ortsmitte. In der Kupfergasse gab es bis 1962 "S’Sibolde Lade". Im Nachbargebäude war ab 1794 das Gasthaus "Engel", danach bis 1965 "Brunners Bauernhof". Gegenüber stand am ehemaligen Ochsenbach das "Schlachthaus vom Wehrle-Metzger", unter dessen Vordach Stühle zum Wäschewaschen standen. Vorbei an der ehemaligen Bäckerei Wagner/Café Wagner (heute "VLounge"), dem früheren Lebensmittelladen Heil-Arzet und altem und heutigem Rathaus ging es zum Rathausplatz. Hier wurde über die unendliche Planungsgeschichte für den Rathausplatz gesprochen.

Über den Lettenweg erreichte die Gruppe den Sonnenhof Krumm. Dort wurden die Alpakas bestaunt. Von hier aus ging es am Floßkanal entlang zu Maulburgs drittem "Schul- und Lehrerhaus" und weiter zum Geburtshaus der Maulburger Künstler Adolf Strübe und Hermann Burte.

Durchs Gässle, das Baugebiet Brühl, Neue Straße und der Waldstraße (früher Äckerleweg) ging es zur Energiedienst-Baustelle des Wasserkraftwerkes an der Wiese. Gerhard Speck gab hier einige technische Daten und die voraussichtlichen Kosten bekannt. Am Waldparkplatz konnte Horst Leber über die alte Wiese-Holzbrücke und den früheren Eiskeller berichten. Über die Wiesental- und die Webereistraße ging es an Maulburgs erster Turnhalle vorbei zum Gasthaus "Blume" (früher Blum’sche Papierfabrik).

Die Köchlinstraße hieß früher Bächliweg; hier standen vor 1860 nur vier Häuser "auf der Insel"; später entstand die "Bäckerei Kiefer", der "erste Konsum". Abschließend ging es dann in die Hermann-Burte-Straße zur "Energietechnik Roser". Dieses Gebäude von 1787 wurde dann von innen begutachtet. Bei Steaks, Kuchen und Getränken wurden die verbrauchten Kalorien wieder ersetzt.

Autor: bz