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14. November 2017 08:46 Uhr

Medizinwissen

Hilft Schäfchenzählen wirklich beim Einschlafen?

Man darf spekulieren, ob auch andere Paarhufer, Ziegen etwa oder Esel beim Einschlafen helfen – sicher ist nur: Wer an Insomnie, der Schlaflosigkeit, leidet, so wissen wir mindestens seit den Großeltern, dem sei geholfen, Schäfchen beim Sprung übers Gatter zu zählen.

  1. Ja, Schafe zählen hilft oft dabei, schneller einzuschlafen. Foto: geando/fotolia.com

Dass der gut gemeinte Rat, der vermutlich von Schafhirten aus dem altertümlichen Großbritannien stammt, nicht stets zum Erfolg führt, war uns schon immer irgendwie klar.

Beim Blick in die Fachliteratur findet sich jedoch auch der wissenschaftliche Beweis für das Versagen der Schäfchenzählmethode: 2002 berichteten Wissenschaftler im amerikanischen Journal Verhaltensforschung und –therapie über eine Studie, die verschiedene Einschlaftechniken bei Probanden testete. Das Ergebnis: Schäfchenzähler schliefen nicht früher ein als andere Probanden, die überhaupt keine Technik, sich beim Einschlafen abzulenken, vornahmen.
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Auch andere Techniken, etwa den Tag Revue passieren zu lassen oder eine Melodie wiederkehrend zu summen, hatten keinen Effekt. Stellten sich die Probanden eine schöne oder beruhigende Situation jedoch rein bildlich vor, etwa einen entspannenden Urlaubstag, einen Nachmittag in der Sonne oder das Weihnachtsfest mit der Familie, schliefen sie in der Regel 20 Minuten früher ein. Das Fazit: Schäfchenzählen macht genauso müde wie überhaupt keine Ablenkung; sich positive Situation jedoch bildlich vorzustellen hilft beim Einschlafen. Also: Gedanken über ein Schäferstündchen sind besser als Schäfchenzählen

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Autor: wo