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05. Februar 2009
Mehr als Tee und exotischer Schmuck
Zur Produktpalette des Salzladens gehören auch Gespräche und kulturelle Angebote / Verkauf des Gebäudes vorerst vom Tisch
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Im Salzladen in Littenweiler gibt es vor allem fair gehandelte Lebensmittel, Kunstgewerbe und Kleidungsstücke aus Afrika und Südamerika. Das Foto zeigt Mitarbeiterin Lore Leisinger (links) mit einer Kundin. Foto: Thomas Kunz
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Auch Ausstellungen finden in den Räumlichkeiten regelmäßig statt. Foto: Thomas Kunz
LITTENWEILER. Die Verantwortlichen des Salzladens, einer ökumenischen und gemeinnützigen Sozial- und Kulturinitiative in Littenweiler, können wieder durchatmen: Der seit längerem befürchtete Verkauf ihres Ladenlokals in der Kappler Straße 31, das der Freiburger Diakonie gehört, ist vorerst vom Tisch – zumindest für die nächsten zwei Jahre. Damit besitzt der Verein erst einmal die nötige Planungssicherheit zur Fortführung seiner Arbeit.
"Wir sind froh, dass die drohende Kündigung des Mietvertrages abgewendet werden konnte", sagt der Vorsitzende des Salzladen-Vereins, Wolfgang Wegmann. Es wäre nämlich sehr schwierig gewesen, unter Zeitdruck eine gleichwertige und zugleich finanzierbare Alternative zu finden: "Die Heimat des Salzladens liegt in Littenweiler, wo die Idee vor neun Jahren geboren wurde", so Wegmann. Ein Wegzug in einen anderen Stadtteil sei daher nicht denkbar. Ebenso könne man aus Platz- und organisatorischen Gründen nicht auf Räumlichkeiten der dortigen Kirchengemeinden ausweichen.Seit rund zwei Jahren möchte das Freiburger Diakonische Werk (Wohlfahrtsverband der evangelischen Kirche) das ihr gehörende Ladenlokal, das sie an den Salzladen vermietet hat, gerne veräußern. Grund dafür ist, dass für die knapp 100 Quadratmeter großen Räumlichkeiten ursprünglich eine andere Nutzung vorgesehen war: "Eigentlich sollte dort eine Sozialstation einziehen", erläutert Diakonie-Geschäftsführer Jochen Pfisterer auf BZ-Anfrage. Dieser Gedanke wurde letztlich aber nie verwirklicht – unter anderem, weil sich die Lage als zu wenig zentral erwiesen habe. "Wir schätzen die Arbeit des Salzladens zwar sehr. Aufgabe der Diakonie ist es aber nicht, mit Immobilien zu handeln", ergänzt Pfisterer. Und wenn doch, dann sollten wenigstens die Kosten reinkommen, was bei der günstigen Miete für den Salzladen – rund 400 Euro plus Nebenkosten monatlich – bislang nicht möglich gewesen sei. In mehreren Gesprächen, die nach Aussagen beider Seiten sehr freundschaftlich verlaufen seien, hat man nun einen Kompromiss gefunden: Das Diakonische Werk wird die Räume für mindestens zwei Jahre nicht mehr zum Verkauf anbieten, dafür soll die Miete moderat angehoben werden.
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"Damit können wir erst einmal wieder arbeiten", zeigt sich Wolfgang Wegmann erfreut: Wegen der drohenden Kündigung habe man zuletzt insbesondere beim kulturellen Veranstaltungsprogramm Abstriche machen müssen, da eine langfristige Planung nur schwer möglich gewesen sei. Und dieses Rahmenprogramm, bestehend aus Buchvorstelllungen, Theater und Ausstellungen, sei ein Markenzeichen des Salzladens: "Eine-Welt-Läden gibt es mehrere in Freiburg. Die Kombination aus Weltladen, Gesprächsangeboten und Kultur ist jedoch eine Besonderheit des Salzladens", meint Wegmann. Tatsächlich bewegt sich das Kaufangebot ganz im klassischem Rahmen und reicht von fair gehandeltem Kaffee und Tee über exotischen Schmuck und Kleidung bis zu speziellen Regenwaldprodukten.
Aufgrund der neuen Situation, so der pensionierte Lehrer, könne man jetzt wieder in die Einrichtung des Ladens investieren und beispielsweise neue Regale anschaffen. Längerfristig wolle man jedoch für neue Räumlichkeiten sensibel bleiben: "Wir wissen ja nicht, wie die Situation in zwei Jahren sein wird", betont Wegmann. Von daher halte man die Augen offen, falls sich in Littenweiler eine geeignete Alternative ergeben sollte.
Autor: Andreas Braun


