Amy Chuas Thesen

Die Zeit der antiautoritären Erziehung ist vorbei

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 31. Januar 2011 um 11:56 Uhr

Debatte

Amy Chua, chinesischstämmige Professorin der amerikanische Yale-Universität hat in ein Wespennest gestochen. Ihr Buch "Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte" löste eine hitzige Debatte über die Erziehung in den USA aus.

Der Titel des Bestsellers ist für viele Amerikaner eine Provokation, die These, die dahinter steht, erst recht: China wird die USA auf Dauer als Weltmacht ablösen, weil der hart-autoritäre Erziehungsstil der Chinesen leistungswilligere und -fähige Menschen formt als das amerikanische Laissez-faire.

Drill statt Daddeln

Wie Amy Chua ihre beiden, heute 15- und 18-jährigen Töchter Lulu und Sophia angeblich erzogen hat, lässt die Wogen hoch gehen. Kein Fernsehen, keine Spiele am PC, keine Schulpartys und keine Übernachtungen bei Freundinnen – statt dessen Pauken bis weit in die Nacht, ohne Pipi-Pausen und obendrein wüste Beschimpfungen, wenn sich Fehler wiederholten. Amerikas Kinder dagegen seien verweichlicht, verwöhnt und sie vertrödelten ihre Zeit mit Facebook und Computerspielen.

Die Professorin von der Elitehochschule trifft einen wunden Punkt. Erstens holt China im Vergleich mit den USA in vielen Bereichen auf. Zweitens fürchtet gerade die Mittelschicht, dass ihre Sprösslinge den Wettlauf um gute Jobs und gegen die asiatischstämmige Konkurrenz zu Hause verlieren.
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