Gastronomie in der Region

RHEINGEFLÜSTER: Das Personal mehr schätzen

Gerold Zink

Von Gerold Zink

Sa, 02. Juni 2018

Breisach

Essen und Trinken sind zwei wichtige Grundbedürfnisse jedes Menschen. In der Steinzeit ging es dabei vorrangig ums Überleben, mit zunehmendem Wohlstand rückte der Genuss in den Vordergrund. Wer heute in einem Gasthaus einkehrt, der möchte nicht nur satt werden, sondern das Restaurant mit einem wohligen Bauchgefühl verlassen. Bislang gibt es vor allem am Kaiserstuhl eine große Dichte an Einkehrmöglichkeiten – von der Straußwirtschaft bis zum Sternelokal. Dies sollten die Bewohner der Region schätzen, denn selbstverständlich ist dies heutzutage keineswegs mehr, wie ein Blick in den Schwarzwald zeigt. Dort stehen über 200 ehemalige Restaurants und Hotels leer. Es bleibt zu hoffen, dass die Rheinebene von diesem Trend verschont bleibt, sicher ist dies aber nicht, wie zum Beispiel ein Blick nach Ihringen verdeutlicht. Dort findet in der Gastronomie gerade ein großer Umbruch statt. Die Wirtsleute des "Holzöfele" haben in der "Winzerstube" eine neue Heimat gefunden und im "Holzöfele" zieht eine neue Gastronomenfamilie ein. Allerdings ist die Nachfolge in der Weinstube "Zum Küfer" noch nicht geklärt und das Café Rebstock steht noch immer leer. Das Münsterhotel in Breisach konnte im vergangenen Jahr in letzter Sekunde gerettet werden und in Bickensohl ist der "Rebstock" nach mehrmaligem Pächterwechsel schon wieder seit geraumer Zeit geschlossen. Auch in anderen Kaiserstuhlgemeinden haben die Besitzer von Gaststätten aus Alters- oder anderen Gründen angekündigt, demnächst oder zum Jahreswechsel aufzugeben. Der Nachwuchsmangel in der Gastronomie könnte das Problem noch verschärfen. Es ist an der Zeit, die Arbeit von Köchen und Servicepersonal mehr zu würdigen. Damit möglichst wenige in der Region ans Aufhören denken.