Franzosen und der Verkehr

RHEINGEFLÜSTER: Ruckzuck war der Poller weg

Gerold Zink

Von Gerold Zink

Sa, 12. Mai 2018

Breisach

Nein, das hat dem armen Poller in der Marienau in Breisach nun wirklich keiner gewünscht: Gerade einmal rund eine Woche stand er felsenfest da, bis eine französische Autofahrerin ihn demoliert und damit ins Jenseits befördert hat. Dabei hatten die Anwohner der Marienau und natürlich auch der Spitalgasse den Tag doch herbeigesehnt, an dem in den beiden Straßen jeweils ein absenkbarer Poller installiert worden ist. Die Vorgeschichte dazu ist stadtbekannt. Seit dem neuen Verkehrskonzept und dem Einbahnstraßenring wurden Spitalgasse und Marienau von vielen Auto- und Motorradfahrern als Schleichweg benutzt, um sich einen Umweg zu sparen. Dabei hätten – wenn tatsächlich einmal gezählt worden wäre – in der Schleicher-Hitliste sicherlich die Franzosen den ersten Platz belegt. Schließlich sind unsere lieben Nachbarn dafür bekannt, es mit den Verkehrsregeln – besonders in anderen Ländern – nicht so genau zu nehmen. Dass sie viele in Deutschland erhaltene Strafzettel nicht bezahlen müssen, tut das Übrige. Ab und an kann aber auch die französische Schlitzohrigkeit teuer werden. So wird es für Polizei und Gendarmerie wohl kein Problem sein, die Französin, die den Poller einfach umgefahren hat, zu ermitteln. Schließlich hatten sich Zeugen das Autokennzeichen gemerkt. Obwohl die Poller eigentlich gut sichtbar in der Mitte der Straße stehen, wird es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass einer von ihnen ausgetauscht werden muss. Dem Breisacher Bauhof sei deshalb empfohlen, sich einen ordentlichen Vorrat zuzulegen. Denn bis unsere geschätzten französischen Nachbarn den weiteren Weg aus der Stadt heraus akzeptiert haben, wird es wohl noch eine Weile dauern.