Medizinwissen

Nimmt man durch langsames Joggen schneller ab?

Dennis Wolf

Von Dennis Wolf

Mi, 22. November 2017 um 12:25 Uhr

Medizinmythen

Wer Fett verbrennen will, muss langsam joggen – das zumindest hört man oft von Möchtegernmedizinern auf der Strecke. Was steckt hinter der Aussage?

Hört sich paradox an, wird aber trotzdem oft geglaubt: Wer moderaten Ausdauersport betreibt, soll tatsächlich mehr Kalorien verbrennen, als jemand, der ständig Vollgas gibt. Leider wird diese zugegebenermaßen komfortable Vorstellung bereits durch die Hauptsätze der Thermodynamik zunichte gemacht. Denn Energie – in diesem Falle in ihrer in Fettsäuren oder Kohlenhydraten gespeicherten Form – kann nicht einfach aus dem Körper entweichen. Stattdessen muss sie durch Arbeit –in diesem Falle den Sport – regelrecht verbraucht werden.

Wer nur halb so viel Gas gibt, benötigt deshalb weniger Energie für die Bewegung seiner Muskeln als jener, der sich tatsächlich zu 100 Prozent verausgabt. Dabei zählt übrigens nicht die subjektive Belastung, sondern die tatsächlich von den Muskeln verrichtete Arbeit. Die benötigte Energie wird aus den Energieträgern im Körper gewonnen und kann mit der Maßeinheit Kalorien bemessen werden. Ein möglicher Grund für den Irrglauben ist übrigens, dass der Körper bei eher moderater Belastung seine Energie vor allem aus in Fettzellen gespeicherten Fettsäuren gewinnt.

Größere Anstrengungen werden dagegen insbesondere durch den Abbau von Kohlenhydraten möglich gemacht. Am Ende ist die Quelle der freigesetzten Energie aber nicht entscheidend, es zählt allein die Energiebilanz. Und die sieht umso besser aus, je mehr Muskelarbeit verrichtet wurde.