Medizinwissen

Wer viele Eier isst, lebt ungesund – stimmt das wirklich?

Dennis Wolf

Von Dennis Wolf

Sa, 17. März 2018 um 18:17 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Eier gelten nur bedingt als gesund. Wer viele Eier isst, lebt demnach gefährlich. Dies ist nach neueren Erkenntnissen allerdings nicht ganz richtig.

Eier gelten nur bedingt als gesund. Das liegt vor allem am Cholesterin, das in Hühnereiern im Überfluss vorkommt und für Herzinfarkt, Schlaganfall und die Verkalkung von Arterien verantwortlich gemacht wird.

Wer viele Eier isst, lebt demnach gefährlich. Dies ist nach neueren Erkenntnissen allerdings nicht ganz richtig. Klinische Studien, wie jene, die 2013 im Britischen Ärzteblatt veröffentlicht wurde, zeigen nämlich, dass ein gemäßigter Konsum von Eiern nicht schädlich für die Gesundheit sein muss.

Um den Zusammenhang zwischen Eiern und dem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen genauer zu beleuchten, hatten Forscher aus den USA und China acht Studien zum Thema mit insgesamt mehr als 260 000 Probanden ausgewertet. Zunächst hatten die Teilnehmer Auskunft über ihren Eierkonsum gegeben. Die Autoren der Studie verglichen die Antworten anschließend mit dem Auftreten von koronaren Herzkrankheiten – der Vorstufe zum Herzinfarkt – und dem Schlaganfallrisiko.

Dabei zeigte sich, dass ein Konsum von bis zu einem Ei am Tag das Risiko für beide Erkrankungen nicht veränderte. Unter Experten ist zudem umstritten, ob das Cholesterin in der Nahrung einen wesentlichen Effekt auf die Blutspiegel gefährlicher Fette wie das LDL-Cholesterin hat.

Die Entwarnung gilt aber nur für ansonsten gesunde Menschen: In derselben Studie hatten Patienten, die an Diabetes Mellitus, der Zuckerkrankheit, litten, bei der selben Menge an Eiern ein um die Hälfte erhöhtes Risiko, eine Verkalkung der Herzkranzarterien zu entwickeln. Das Fazit: Für die meisten, allerdings nicht für Risikopatienten, sollte das tägliche Frühstücksei kein Grund zur Beunruhigung darstellen.