Stilfrage: "Ja, hier Frau von und zu"

Elisabeth Bonneau

Von Elisabeth Bonneau

Sa, 14. April 2018

Stilfrage

Ist es bei einem Nachnamen mit "von" (wie etwa "von Schöne") unangebracht, sich am Telefon damit zu melden? Mein Mann behauptet, ein einfaches "Schöne" sei korrekt. Ich sehe das anders. Was sagen Sie?

Doktorgrade, Professoren- und Mandatstitel sind keine Namensbestandteile und werden vom Träger selbst nicht genannt. Sie in der Anrede zu benutzen, ist eine reine Geste der Höflichkeit.

Bei Adelsbezeichnungen ist das anders. Prädikate wie "Königliche Hoheit" oder "Durchlaucht" wurden per Weimarer Reichsverfassung abgeschafft. Dass sie von Teilen des Adels gewünscht werden, steht auf einem anderen Blatt. Gleichzeitig wurde geregelt, dass die – wie im Kaiserreich – auf die Stufe der Adelsleiter hinweisenden Wörter wie "Herzögin" oder "Graf" als Namensbestandteile weiterhin Verwendung finden. Dazu gehören auch die Präpositionen "von" und "zu". Demnach wird Frau von Schöne aus Ihrem Beispiel als solche angesprochen und kann sich mit dem "von" vorstellen.Üblich ist letzteres jedoch nicht; Bescheidenheit gilt als Zier, "Schöne" reicht. Sogar eine Gräfin von Schöne würde sich schlicht als "Schöne" vorstellen.

Das sollte sie unter Kommunikationsaspekt aber gar nicht tun. Vielmehr sollte sie wie jede und jeder andere "Bürgerliche" vor dem Familiennamen den Vornamen nennen, dabei aber auf den Hinweis auf ihre adlige Herkunft verzichten: "Alexa Schöne". Besonders ratsam ist es, den Vornamen am Telefon zu nennen. Wie schnell verschwindet doch das erste Wort im Äther! Genau genommen kann also eine Person, die sich am Telefon mit "Alexa Schöne" meldet, eine Dr. Alexa von Schöne sein. Und die würden wir in einer Kombination von rechtlichem Wissen und wertschätzender Höflichkeit mit "Frau Dr. von Schöne" ansprechen. Dazu muss sie uns allerdings irgendwann mitteilen, dass sie promoviert und adlig ist. Oder darauf verzichten.

Die Autorin ist Kommunikationstrainerin
und lebt in Freiburg.